Therapiehund: Einsatzmöglichkeiten für den wohltuenden Vierbeiner

Zur Unterstützung medizinischer Therapien ist in den verschiedensten Bereichen ein Therapiehund ein ideales Hilfsmittel.


Die wohltuende Wirkung von vierbeinigen Gefährten ist schon lange bekannt und für viele Menschen ist der Umgang mit ihnen eine wertvolle soziale Komponente ihres Lebens. In den letzten Jahren hat sich aber zunehmend gezeigt, dass ein Hund nicht nur als Begleiter geeignet ist, sondern als Therapiehund aktiv an der Behandlung oder Linderung von Erkrankungen oder Störungen mitarbeiten kann. Einsatz findet ein Therapiehund beispielsweise in der Ergotherapie, in der Heilpädagogik, in Psychotherapie oder in Sprachtherapien

Sorgfältige Auswahl und Ausbildung
An einen Therapiehund werden spezielle Anforderungen gestellt, je nach Einsatzgebiet und Aufgabe. Deshalb wird ein solcher Hund sorgfältig ausgewählt und ausgebildet. Dabei wird schon bei der Zucht darauf geachtet, dass die Rasse vom Naturell her die Voraussetzungen mitbringt, die nötig sind. Für eine Therapie mag ein ruhiges, abwartendes Wesen nötig sein, für die andere vielleicht ein ausgeprägter Spieltrieb oder ein Beschützerinstinkt. In der Ausbildung muss der Hund lernen, wie er in Krisensituationen reagieren muss und welche unterstützenden Handlungen er durchführen soll.

Ein sanfter Lehrer
Ein Therapiehund, der in der Heilpädagogik eingesetzt wird, muss sich mit Geduld und Ausdauer streicheln lassen und darf sich durch grobes und ungeschicktes Verhalten nicht reizen und aus der Ruhe bringen lassen. Er schafft als „Eisbrecher“ oft den Zugang zu verschlossenen Kindern und animiert beispielsweise bei autistischen, depressiven oder hyperaktiven Störungen dazu, sich mit einem anderen Lebewesen auseinanderzusetzen und sanft Kontakt aufzunehmen.

Jeder Krampf wird frühzeitig erkannt
Eine Besonderheit unter den Therapiehunden ist sicher der Epilepsie-Meldehund. Er ist noch nicht sehr bekannt und verbreitet, aber alle Betroffenen und Ärzte, die Erfahrungen mit ihm gesammelt haben, sind begeistert. Diese Hunde werden darauf sensibilisiert, bei geringsten Anzeichen von beginnenden Krämpfen oder Aussetzern Laut zu geben und Hilfe herbeizuholen. Mit diesem Hund an der Seite eines gefährdeten Kindes kann eine Mutter sich auch einmal aus dem Zimmer eines akut von epileptischen Anfällen bedrohten Kindes wagen.

Beim Weg zurück ins Leben begleiten
Auch bei Wachkomapatienten hat man mit dem Einsatz eines Therapiehundes bereits große Erfolge erzielt. Geduldigen Vierbeinern, die regelmäßig für längere Zeiträume Patienten, die im Wachkoma liegen, besucht haben, sind oft große Fortschritte der Patienten zu verdanken. Manche zeigen kleine Reaktionen, wenn der Vierbeiner das Zimmer betritt: Sie atmen deutlich schneller oder sie wirken ruhiger, sie öffnen leicht ihre Hände oder zeigen Augenreaktionen. Manche beginnen zu lächeln. Ein kleines Zeichen nur, aber jeder noch so kleine Fortschritt, der den Wachkomapatienten ein Stückchen mehr ins Leben zurückholt, ist den Einsatz eines Therapiehundes wert!