Therapien - die Möglichkeiten bei unerfülltem Kinderwunsch

Bei einem unerfüllten Kinderwunsch kann unter anderem eine Zyklusbeobachtung, eine Hormonbehandlung oder eine Immuntherapie durchgeführt werden. Andere Methoden und mehr Informationen finden sie hier.


Für die Unfruchtbarkeit eines Paares können viele Gründe verantwortlich sein. Um diese näher bestimmen zu können, bedarf es einer Untersuchung. Je nach der genauen Ursache der organischen oder hormonellen Störung kommen unterschiedliche Therapien zum Einsatz. Der behandelnde Arzt stellt einen genauen Behandlungsplan auf, der auf die jeweiligen Mängel abgestimmt ist.

Zyklusbeobachtung
Diese Methode ist keine Therapie im eigentlichen Sinn, denn sie dient hauptsächlich zur Feststellung des idealen Zeitpunktes für die Befruchtung. Hierbei überwacht die Frau ihren Regelzyklus mithilfe der Basaltemperaturmethode. Im Laufe des Zyklus ist die Körpertemperatur Schwankungen unterworfen. Diese ist von der letzten Regelblutung bis zum Eisprung gleichbleibend niedrig. Fruchtbare Tage, also solche nach einem Eisprung, werden durch einen leichten Temperaturanstieg angezeigt. Nach dem Eisprung bis hin zur nächsten Regelblutung ist die Körpertemperatur um etwa ein halbes Grad erhöht.

Der monatliche Regelzyklus der Frau kann auch ärztlich überwacht werden. Dies geschieht mithilfe von Bluttests und dem Einsatz des Ultraschallgeräts. An verschiedenen Tagen des Zyklus werden die im Blut nachweisbaren Hormone gemessen. Zusätzlich wird das Wachstum der Eibläschen (Follikel) überprüft.

Hormonbehandlung
Frauen, die einen großen Kinderwunsch haben aber Probleme haben, schwanger zu werden, leiden häufig unter einer eingeschränkter Funktionsweise ihrer Eierstöcke. Diese produzieren nicht ausreichend oder gar keine Eibläschen. In solchen Fällen wird eine Sterilitätstherapie begonnen. Im Rahmen einer Sterilitätsbehandlung wird auch eine Hormonbehandlung durchgeführt. Manche Frauen leiden aufgrund einer Fehlfunktion der Schildrüse oder anderer Störungen an einer Fehlverteilung der Hormone. Um die Hormone wieder zu harmonisieren, werden hormonelle Präparate injiziert, die die Produktivität der Eileiter anregen und das Follikelwachstum steigern sollen. Eine solche Therapie ist aber mit Risiken verbunden. Zu diesen gehört das so genannte Überstimulationssysndrom. Hierbei entstehen zu viele Eibläschen, was bei den Frauen zu Bauchschmerzen, Übelkeit oder gar lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann. Die Kosten der Hormontherapie werden in den meisten Fällen von den Krankenkassen übernommen.

Immuntherapie
Die Immuntherapie kommt zum Einsatz wenn In-vitro Fertilisationen mehrmals erfolglos durchgeführt worden sind oder Fehlgeburten eine Schwangerschaft beendet haben. Wenn der eingepflanzte Embryo vom Körper abgestossen wird, liegt eine Störung des körpereigenen Immunsystems vor. Der weibliche Organismus behandelt das vom Vater stammende fremde Genmaterial als Störung und bekämpft diese mit Abwehrmechanismen. Zur Stärkung des Immunsystems werden Antikörper, die aus dem Blut des Mannes geworden werden, verabreicht. Wenn diese Therapie erfolgreich verläuft, erkennt der Körper den Embryo zwar als fremd an. Aber durch die gebildeten Antikörper ist eine Schutzreaktion gewährleistet, die eine Abstoßung verhindert.

Alternative Therapieansätze
Neben den beschriebenen schulmedizinischen Therapien können naturheilkundliche Methoden begleitend eingesetzt werden. Zu den bekanntesten Alternativansätzen zählen die Akupunktur und die Gabe homöopatischer Mittel. Besonders bei Zyklusstörungen der Frau, aber auch bei verminderter Spermienqualität und –mobilität können solche Methoden wirksam sein. Ergänzend zu jeder Therapie wird die Einnahme von fruchtbarkeitsfördernden Tees empfohlen. Auch Maßnahmen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur tragen zu einer Verbesserung der Fruchtbarkeit bei.

Operationen
Manchmal ist es unumgänglich etwaige organische Fehlbildungen oder Beschwerden operativ zu beseitigen, um den Kinderwunsch doch noch zu erfüllen. Bei Männern werden solche Eingriffe durchgeführt, um die bessere Mobilität der Samenflüssigkeit zu gewährleisten. Strukturelle Fruchtbarkeitsstörungen bei Frauen können beispielsweise Endometriosen einschließen. Nach Auftreten dieser chronischen Krankheit wachsen im Bereich der Gebärmutter gutartige Zysten.