Thermographie

Mithilfe der Thermographie wird die Wärme, die vom Körper und seinen einzelnen Organen und Geweben abgegeben wird, gemessen, um so Rückschlüsse auf eventuelle Funktionsstörungen ziehen zu können.


Jedes Objekt mit einer Temperatur über dem absoluten Nullpunkt gibt Wärmestrahlung ab. Die Thermographie ist ein bildgebendes Verfahren, das meist im Häuserbau angewandt wird, um Energielücken aufzuspüren. Aber auch für medizinische Diagnosen eignet sich diese Methode, die die Wärmestrahlung von Körpern sichtbar macht. Durch Temperaturveränderungen in bestimmten Hautarealen erhält der Anwender Hinweise auf die Funktion von Organen und auf Schwachstellen des Körpers. 

  

Durchführung
Bei dieser Methode kommt eine spezielle Kamera zum Einsatz, die die Wärmestrahlung von Körpern, Gegenständen und Gebäuden messen und aufzeichnen kann. Dadurch werden Temperaturunterschiede erkennbar. Die Wärmemessung der Haut erfolgte in früheren Zeiten durch das Erfühlen mit dem Handrücken, heuzutage kann mit moderner Technik ein genaues Bild der Körperwärme gezeichnet werden. Dabei wird erkennbar, dass die Temperatur innerhalb des Körpers variiert, so sind etwa die Extremitäten kühler als der Rumpf. Bestimmte Temperaturabweichungen können auf krankhafte Veränderungen hinweisen. In der medizinischen Thermographie erfolgen zwei Messungen, zwischen denen der Körper einem Kältereiz ausgesetzt wird. So soll die Regulationsfähigkeit überprüft werden, das heißt die Fähigkeit der verschiedenen Körperbereiche, die Kälte schnell auszugleichen. 

  

Wirkung
Durch die Thermographie sollen sich wichtige diagnostische Hinweise ergeben, durch die sich Rückschlüsse auf Körperfunktionen und -zustand ziehen lassen, selbst wenn es noch keine Symptome oder durch andere Verfahren nachweisbare Veränderungen gibt. So soll etwa beginnender Brustkrebs Jahre vor Ausbruch der Krankheit durch Funktionsstörungen in der Brust erkennbar sein. Auch die eingeschränkte Funktion von Venen und Durchblutung etwa bei Krampfadern und Diabetes ist durch die abgegebene Wärmestrahlung erkennbar. Ebenso kann bei Zahnverletzungen ein Wärmebild Aufschlüsse über Schädigungen des Zahns und eine eventuelle Unterversorgung geben. So dient die Thermographie sowohl der Diagnose als auch der Vorbeugung. Therapeutisch einsetzbar ist sie jedoch nicht. 

  

Einschränkungen
Da die Anschaffungskosten für eine wärmeabbildende Kamera sehr hoch sind, können nur wenige Praxen die thermographische Diagnostik anbieten. Ist jedoch eine solche Kamera vorhanden, kann sie auch ambulant eingesetzt werden. Zudem gibt es bei diesem Verfahren, im Gegensatz etwa zum Röntgen, keine Strahlenbelastung.
Patienten sollten vor einer Thermographie keine Cremes, Salben, Öle oder Make-up verwenden. Bei hohen Außentemperaturen und stark schwitzenden Patienten ist die Methode unzuverlässig, die Auswertung schwierig. Im Falle einer akuten Infektionskrankheit sollte die Thermographie nicht angewandt werden, für Kinder ab drei bis vier Jahren hingegen ist sie durchaus geeignet.
Die schulmedizinische Anerkennung der Thermographie ist umstritten.