Thermostatventile: Funktionsprinzip, Arten, Einsatzgebiete

Es gibt verschiedene Arten und Anwendungsmöglichkeiten für Thermostatventile, besonders in Heizkörpern sind sie unerlässlich.


Thermostatventile gibt es für die unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten. Die verbreitetste und bekannteste Variante ist mit Sicherheit das Ventil in Form des Heizkörper-Thermostats. Darüber hinaus finden sie Anwendung in Kühl- und Kälteanlagen, im Backofen oder in Kalt- und Warmwasser-Mischbatterien für Dusche und Badewanne.

Mechanische und elektronische Thermostate

Thermostatventile sind üblicherweise mechanische Steuerungsinstrumente, die eine voreingestellte Temperatur auf dem gewünschten Level halten. Dabei werden Ventile eingesetzt, die mit einem eingebauten Temperaturfühler ausgestattet sind oder mittels Fernfühler eine Anlage steuern. Die Temperatur wird in dem Raum gemessen, in dem der Fühler installiert ist. Die Wärmeabgabe erfolgt zum Beispiel am Heizkörper über die mittels des Einstelldrehknopfes gewählte Voreinstellung. Bei einfachen Modellen wird dazu weder elektrische Energie in Form von Strom, noch Steuerungs-Druckluft benötigt. Falls eine zu steuernde Anlage nur zu bestimmten Zeiten arbeiten soll, können Thermostatventile auch mit einer Zeitschaltuhr gekoppelt werden.
Elektronische Thermostatventile bieten die Möglichkeit, über Funk (zum Beispiel über das Telefon) die Temperatur im gesamten Haus oder in einzelnen Räumen unterschiedlich zu regeln. Die Anlage wird so zu einer bestimmten Uhrzeit an- oder ausgeschaltet, die Temperatur erhöht oder abgesenkt. Einzelne Heizkörper können hierbei unabhängig von der Gesamtanlage individuell gesteuert werden. Besonders gut geeignet sind diese elektronischen Thermostatventile zur Energieeinsparung.

Funktionsweise der Thermostatventile

Am Beispiel der Heizung lässt sich die Funktionsweise von mechanischen Thermostatventilen anschaulich erklären. Durch den Einstelldrehknopf (das ist der auch als Kappe bezeichnete Regler-Aufsatz auf dem Ventilunterteil) wird die im Raum gewünschte Temperatur eingestellt. Die mittlere Markierung (meistens die „3“) entspricht einer Raumtemperatur von 20 Grad Celsius. Wird die mittlere Standardeinstellung am Thermostat nach links oder rechts verändert, erhöht oder vermindert sich die Temperatur je Zahl um vier bis fünf Grad Celsius. Bei einer Drehung der Kappe nach rechts wird der Aufsatz dem Ventil angenähert, es fließt weniger Warmwasser, die Heizungs- und damit Lufttemperatur sinkt oder bleibt niedrig.
Im Innern des Thermostats sitzt ein Temperaturfühler, auch als Dehnstoffelement bezeichnet, der mittels Gas oder Wasser und eines kleinen Metallkolbens auf die Veränderung der umgebenden Raumlufttemperatur reagiert. Wird es wärmer, dehnt sich das Gas aus, der Metallkolben drückt auf den Ventilstößel. Dieser Metallstift reduziert durch den auf ihn ausgeübten Druck beim Einfahren ins Ventil die Durchflussmenge des Warmwassers im Heizungsventil. Wird es wieder kälter, zieht sich das Dehnstoffelement wieder zusammen, der Druck auf den Stößel verringert sich, die Öffnung für den Warmwasserdurchfluss im Ventil wird wieder größer. Es kann nun wieder mehr Warmwasser in den Heizkörper strömen und es wird wieder wärmer im Raum.

Wenn’s mal kalt bleibt

Falls der Heizkörper kalt bleibt oder nur mäßig warm wird noch ein Tipp für mechanische Thermostatventile, denn unter Umständen ist der Stößel im Ventil festgefahren. Zur Behebung den äußeren Einstellknopf (die Kappe) abschrauben oder abziehen und den Übertragungsstift (Stößel) mehrmals manuell drücken und wieder loslassen.