Der Begriff Thrombozytopenie beschreibt einen Mangel an Thrombozyten im Blut. Thrombozyten sind Gerinnungsfaktoren, welche im Falle einer Verletzung die Wunde sozusagen zukleben. Ohne diese speziellen Blutplättchen würden wir bei der geringsten Verletzung ungehindert verbluten. Ein leichter Mangel an Blutplättchen ist jedoch am gesunden Körper kaum festzustellen.
Symptome
Eine leichte Thrombozytopenie verursacht keine oder nur sehr leichte Symptome. Sie kann nur mit einem Blutbild diagnostiziert werden. Stärkere Verringerungen der Blutplättchen-Anzahl können verlängerte Blutungen von Wunden oder auch Mikroblutungen unter der Haut verursachen. Diese sehen aus wie kleine Flohbisse unter der Haut. Auch Zahnfleischblutungen, Nasenbluten und das spontane Entstehen von blauen Flecken, können Anzeichen für einen Mangel an Blutplättchen sein. Bei stark verminderter Anzahl von Blutplättchen können spontane Blutungen auftreten, die unter Umständen lebensbedrohlich sein können.
Therapien
Bei den meisten symptomatischen Therapien wird Thrombozytopenie durch Medikamente behandelt, welche die Produktion von Blutplättchen direkt am Knochenmark, also dem Ort ihrer Herstellung, stimulieren. Diese Stimulation verläuft meist ohne schwerwiegende Nebenwirkungen. In Ausnahmefällen, wie zum Beispiel bei Thrombozytopenie durch Chemotherapie, werden Thrombozyten mittels einer Infusion zugefügt. Da die zugefügten Blutplättchen jedoch keine körpereigenen Zellen sind, reagiert der Körper sehr häufig mit einer Immunabwehr der Fremdstoffe. Aufgrund dieser möglichen Unverträglichkeit wird diese Form der Therapie nur selten angewandt. Um den Mangel an Blutplättchen dauerhaft in den Griff zu bekommen, sollte jedoch der genaue Grund dafür bekannt sein.
Ursachen
Die Ursachen von Thrombozytopenie können entweder angeboren sein oder im Laufe des Lebens erworben werden. Die genetische Variante der Krankheit ist relativ selten. Ein Beispiel für eine vererbbare Gerinnungsstörung ist das Wiskott-Aldrich Syndrom, eine Krankheit die durch ein Gen auf dem X- Chromosom vererbt wird. Diese Krankheit ist charakterisiert durch verminderte Produktion von Thrombozyten im Knochenmark.
Häufiger als genetische Erkrankungen sind erworbene Gerinnungsstörungen. Schädigungen des Knochenmarks jeglicher Art, unter anderem durch Entzündungen, Bestrahlungen oder Medikamente, können Störungen in der Bildung von Thrombozyten verursachen. Auch Knochenmarkserkrankungen wie Leukämie können Thrombozytopenie als Symptom aufweisen.
Ein weiterer Grund für den Mangel an Blutplättchen kann das Fehlen von wichtigen Substraten sein, ausgelöst zum Beispiel auf Grund von Mangelernährungen oder Erkrankungen des Verdauungssystems. Das Fehlen von Vitamin B12 oder Folsäure kann die Produktion von Thrombozyten einschränken und somit ebenfalls das oben beschriebene Krankheitsbild auslösen.
Bei verlängerten Blutungen von Wunden lohnt es sich, sein Blutbild auf Thrombozytopenie untersuchen zu lassen. Unentdeckt kann diese Krankheit im Ernstfall schnell gefährlich werden.