Thymusextrakt-Injektionen in der Geriatrie

Die mit dem Alter zunehmende Zurückbildung des Thymusorgans führt unter anderem zur zellulären Immundefizienz. Mit Hilfe von Thymusextrakt Spritzen sind nach größeren Operationen oder während intensivmedizinischern Maßnahmen Hospitalismus-Infektionen wesentlich seltener.


Die mit dem Alter zunehmende Zurückbildung des Thymusorgans führt sowohl zum Zustand der zellulären Immundefizienz als auch zur Störung im Bereich der Regulation der Immunabwehr. Gleichzeitig kommt es zur Abschwächung der Aktivitäten der natürlichen Killerzellen und Phagozyten. Allergische Hautreaktionen vom Typ IV sind nur noch gering ausgeprägt, oder sie fehlen ganz.

 

Wozu Thymusextrakt Spritzen?

Patienten im höheren Lebensalter, die eine verminderte Lymphozytenfunktion aufweisen, erleiden weitaus häufiger infektiöse Komplikationen, sind vermutlich anfälliger für Tumorleiden und reagieren auf Impfungen oft nur schwach mit der Bildung von spezifischen Antikörpern. Mit Hilfe von Thymusextrakt-Injektionen sind nach größeren Operationen oder während intensivmedizinischern Maßnahmen Hospitalismus-Infektionen wesentlich seltener. Wundheilungen und Knochenbildungen nach Frakturen werden angeregt.

Auswirkung

Schon 1988 wies der Londoner Immunpathologe J.R. HOBBS darauf hin, dass er bei Hospitalpatienten mit chronischen Krankheiten fast bei 100 % eine generell eine zelluläre Immunabwehrschwäche nachweisen konnte, die durch mangelhafte Thymusfunktionen erklärt wurde. Nur 3 % der Hospitalpatienten zeigten eine humorale, B-lymphozytäre Störung. Nach kurzfristigen Verabfolgungen von Thymosin-Präparaten sprachen die abwehrgeschwächten Patienten wieder auf Antibiotika-Therapien mit rascheren Abheilungen an.
Die Einflüsse von Thymuspeptiden auf den Psycho-Neuro-Endokriono-Immunologie-Bereich des Organismus sind sehr genau beschrieben worden.

 
Die im Alter zu beobachtenden generellen Abschwächungen der Immunabwehr führen zur Zunahme von allergischen und autoimmunen Erkrankungen und chronischen Infektionen mit opportunistischen Erregern, wobei auch mangelhafte Ernährung und kachektisch-katabole Stoffwechsellagen die deletären Situationen verschlimmern.

Für die Inhalte dieses Artikels ist der Verfasser Dr. med. Torsten-U. Niecke verantwortlich.