Tiefenpsychologie – Annahmen

Die grundlegenden Annahmen der Tiefenpsychologie sind in allen ihren Schulrichtungen vorkommende Lehrinhalte.


Der Begriff Tiefenpsychologie stammt von Eugen Bleuler. Sigmund Freud war der Erste, der die tiefenpsychologische Ansätze genauer analysierte und gilt als Begründer der tiefenpsychologischen Lehre. Die verschiedenen Annahmen der Tiefenpsychologie haben gemeinsam, dass sie sich alle mit unbewussten Vorgängen in den tieferen Schichten der menschlichen Psyche befassen und versuchen, das Verhalten der Menschen damit zu erklären.

Das Unbewusste
Die grundlegende Vorstellung der Tiefenpsychologie ist die Annahme der Existenz eines Unbewussten, welches ein wichtiger und einflussreicher Teil des psychischen Lebens aller Menschen ist. Dies bedeutet, dass viele mentale Vorgänge unbewusst ablaufen und ein Teil davon anderen Regeln und Funktionsprinzipien gehorcht, als dem menschlichen Geist bewusste Abläufe. Dieser Teil wird als das Unbewusste bezeichnet und übt großen Einfluss auf das Verhalten und Erleben eines jeden Menschen aus.
Als unbewusste Prozesse bezeichnet man zum Beispiel den "Freudschen Versprecher", bei dem eine Person unfreiwillige Gedanken zum Ausdruck bringt, deren sie sich in diesem Moment nicht bewusst ist.
Auch Erinnerungen zählen zum unbewussten Bereich. Diese sind oft mit positiven oder negativen Emotionen geladen und spielen in der tiefenpsychologischen Lehre eine wichtige Rolle.
Das Unbewusste beherbergt auch Träume und Abwehrmechanismen der menschlichen Psyche und ist der Ort der Triebkräfte der Seelenlebens, welchen Freud auch als "Es" bezeichnet.
Laut Freud ist das Unbewusste mit drei Haupteigenschaften zu charakterisieren: der Zeitlosigkeit, der Alogik und der Widersprüchlichkeit.
Lange Zeit wurde die Existenz des Unbewussten von der akademischen Psychologie geleugnet. Mittlerweile konnte die Gestaltpsychologie jedoch einige dieser Hypothesen bestätigen.

Die Verdrängung
Ein wichtiger tiefenpsychologischer Ansatz ist der Mechanismus der Verdrängung. Freud definierte ihn als unbewussten Vorgang der Abwehr schmerzlicher oder unangenehmer bewusster Erinnerungen.

Übertragung und Gegenübertragung
Unter Übertragung versteht man die Projektion von Gefühlen, Erwartungen, Vorstellungen und Befürchtungen aus früheren Beziehungen auf das Verhalten und die Eigenschaften einer anderen Person.
In der Psychoanalyse von Freud wird eine solche Übertragung dem Therapeuten gegenüber gefördert, so dass dieser konfliktbelastete Gefühle an die Oberfläche bringen und mit dem Patienten aufarbeiten kann.
Übertragungen finden grundsätzlich in allen zwischenmenschlichen Beziehungen statt.
Gegenübertragung bezeichnet die Reaktion von Therapeuten, welche gelernt haben, genau auf diese Gefühle zu achten und sie für den analytischen Prozess zu nutzen.

Die frühe Kindheit und ihre Bedeutung
Auch die frühkindliche Entwicklung spielt in der Tiefenpsychologie eine wichtige Rolle und oft werden in ihr die Ursachen für psychologische Probleme gesehen.