Tierarztkosten: Einfach geregelt durch die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT)

Tierarztkosten in Deutschland sind in der Gebührenverordnung für Tierärzte, kurz GOT genannt, definiert und somit in ganz Deutschland einheitlich.


In Deutschland sind tierärztliche Kosten weder durch ein Gesetz oder Sonstiges festgeschrieben. Innerhalb eines Kostenrahmens gibt es lediglich obere und untere Grenzen für die Berechnung von tierärztlichen Behandlungskosten. Diese Empfehlungen sind zu finden in der GOT, der Gebührenverordnung für Tierärzte.

Die Gebührenverordung für Tierärzte
In der GOT ist geregelt, wie viel ein Tierarzt als Mindestberechnung verlangen muss. Dieser Mindestsatz wird in der GOT Einfachsatz genannt. Weniger als diesen Einfachsatz darf ein Tierarzt gar nicht berechnen. Die Tierarztkosten können allerdings auch das Dreifache betragen, dies ist der festgelegte Höchstsatz, welcher für tierärztliche Leistungen zu bezahlen ist. Dazu kommen noch die Kosten für verwendetes Material, beispielsweise Verbandsmaterial und die gesetzlich vorgeschriebene Mehrwertsteuer dazu. Macht der Tierarzt Hausbesuche fallen zusätzlich noch Spesen, wie die Fahrkosten an. Es empfiehlt sich, immer vorher die Höhe der zu erwartenden Tierarztkosten beim Tierarzt direkt zu erfragen. Nutztiere, dazu zählen auch Pelztiere und Geflügel werden bis auf Notfallbehandlungen beispielsweise an Feiertagen, immer zum Einfachsatz behandelt. Dabei unterscheiden sich die Gebührensätze noch innerhalb der Tierart.

Stellungnahme zur GOT – die Vor- und Nachteile
Viele Tierhalter würden gern mit ihrem Tierarzt über den Preis verhandeln. Diesen Tierhaltern ist nicht bewusst, dass sie mit den Verhandlungsversuchen versuchen, den Tierarzt dazu zu bringen, geltendes Recht zu missachten. Dem Tierarzt erwartet in solch einem Fall des Verstoßes gegen die GOT eine Geldstrafe von bis zu 250.000 €.
Die Gebührenverordung für Tierärzte hat den Vorteil, dass sie sowohl für Tierbesitzer als auch für Tierärzte Richtlinien beinhaltet, die der Orientierung nutzen. Dem Tierbesitzer bietet die GOT zumindest die Sicherheit, dass ein bestimmter Preis für eine Behandlung nicht überschritten werden darf. Das Baukastenprinzip in der GOT erlaubt, eine Gesamtrechnung so zusammenzustellen, dass sowohl der Tierarzt, wie auch der Tierbesitzer zufrieden ist.
Die Gebührenverordnung für Tierärzte besitzt aber auch einige Nachteile. Zum einen ist die GOT sehr kompliziert. Sie ist für Laien und stellenweise auch für Tierärzte ohne zusätzliche Erklärungen völlig unverständlich. Und nicht zuletzt ist die Gebührenverordnung für Tierärzte völlig veraltet, dass modernste Behandlungsmethoden gar nicht erfasst sind und der Tierhalter sich bei diesen Behandlungen nicht an den Mindest- beziehungsweise Höchstsätzen für anfallende Tierarztkosten orientieren kann. Im Zweifelsfall sollte der Tierbesitzer immer direkt beim Tierarzt für die anfallenden Tierarztkosten für eine Behandlung einen Kostenvoranschlag einholen.