Tierschutz: Zum Wohle des Tiers

Der Tierschutz ist nicht unumstritten. Während es Bereiche gibt, in denen jeder zustimmt, dass etwas getan werden muss, gibt es auch Streitfälle.


Ausgangspunkt für die Behandlung von Tieren ist wohl der ihnen entgegengebrachte Respekt. Tiere werden zwar noch heute in vielen Religionen und Kulturen verehrt, doch es gibt auch weitaus unethischere Ansichten, im römischen Recht beispielsweise wurden Tiere als „bewegliche Dinge“ betrachtet. Dass man von solch einer Einstellung noch gar nicht so weit entfernt ist, zeigen viele Beispiele. Ob die Verarbeitung zu Pelzen, der Einsatz als Labortiere oder der Missbrauch von Bären, Tigern und Elefanten als Zirkustiere und Lieferanten für allerlei obskure Heilmittel und Accessoires zeigt, dass noch viel getan werden muss, um Tieren die Rechte zuzugestehen, die ihnen gebühren.

Tier und Mensch: Aus einem Blut?
Bereits die Ägypter verehrten Tiere und gingen davon aus, dass Menschen und Tiere eine gemeinsame Herkunft haben, die einen partnerschaftlichen Umgang miteinander rechtfertigt. Im Hinduismus hat heute noch die Kuh eine übergeordnete Bedeutung. Albert Schweitzers berühmt gewordenes Zitat verdeutlicht diese Einstellung: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will“. Dies besagt, dass es im Bereich der Moral und Ethik keine Unterschiede zwischen Mensch und Tier geben sollte.
Auch in Deutschland darf man nun davon ausgehen, dass Tiere mehr sind als „bewegliche Dinge“. Im Jahre 1990 wurde das BGB dahingehend geändert, dass Tiere nun besondere Rechte genießen. Auf der Grundlage römischen Rechts hatte man auch in der Juristerei Tiere als „Ding“ behandelt. Ob dieser Gesetzesänderung weitere wichtige Schritte folgen werden, bleibt abzuwarten.

Vielfältige Anliegen
Tierschutz-Organisationen haben viele Anliegen und wollen viel verändern. Zu den häufigsten Einsatzgebieten gehören der Kampf gegen:

  • Tierhandel (Elfenbein, Tigerkrallen)
  • Stopfleber
  • Verarbeitung von Tieren zu Pelzen
  • Zirkus und der Einsatz von Tieren
  • Tanzbären
  • Welpenhandel
  • Affen, Hunde und Katzen als exotische Lebensmittel
  • Massentierhaltung (Hühner)
  • Aussterben der Arten 
  • Tierfeindliche Haltungsbedingungen

Die Anliegen des Tierschutzes sind groß. In vielen Belangen sind sich sicher viele Menschen einig, dass alle unternommen Maßnahmen ihre Berechtigung finden. Doch der Grat zwischen radikal und gerechtfertigt ist nirgendwo so schmal wie im Tierschutz. Gewalt gegen Promis, die Pelze tragen mögen radikale Tierrechtler richtig finden, doch verletzt man hier auch die Rechte der Menschen.
Demonstrationen, das Brechen von Gesetzen und Tabus werden vornehmlich von eben jenen angewandt, die Tiere und Menschen gern auf eine Stufe stellen, die also Tiere als dem Menschen ebenbürtig betrachten.

Persönlicher Einsatz für das Tier
Doch auch Menschen, die weniger radikal eingestellt sind, können Tierschutz im Rahmen ihrer Möglichkeiten betreiben. Ob man sich nun dazu entschließt, fortan kein Fleisch mehr zu konsumieren, einen Tierheimhund mit nach Hause nimmt oder einer Tierrechtsorganisation beitritt – jeder sollte für sich selbst entscheiden, welche Bedeutung man Tieren in seinem Leben einräumen möchte und dementsprechend handeln.