Tierspuren - die Kunst des Fährtenlesens

Das Lesen von Tierspuren war einst ein elementarer Bestandteil des Überlebens. Heute ist es ein spannendes Hobby für Alt und Jung. Lesen Sie hier, worauf Sie achten müssen.


Die Kunst, Tiere anhand der Spuren zu identifizieren die sie hinterlassen ist so alt wie die Menschheit selbst und ein wesentlicher Bestandteil des Überlebens unserer Spezies gewesen. Wir mussten lernen, anhand von Tierspuren zu erkennen, wie sich Tiere bewegen, um erfolgreich jagen zu können. Für einige wenige Stämme ist dies auch heute noch überlebenswichtig und wird von Generation zu Generation als ganzheitliches Wissen weitergegeben. In der modernen Welt jedoch, ist das Lesen von Tierspuren nur noch selten mehr als ein Hobby und wohl vorwiegend bekannt aus diversen Filmen über Cowboys und Indianer. Dabei kann das Fährtenlesen nicht nur spannend und lehrreich sein, sondern auch so manch einem Gartenbesitzer Aufschluss darüber geben, welche Tiere sich des Nachts im eigenen Grün tummeln.

Effektiver Nutzen auch in heutiger Zeit

Wer in der Nähe eines Waldes wohnt, der wird vermutlich häufiger auf ein paar „typische Gesellen“ stoßen, die auch gerne einmal das Gemüsebeet unsicher machen oder herzlich unachtsam mit den eigenen Blumenbeeten umgehen. Hier kann es nicht nur hilfreich sein, anhand von Tierspuren zu erkennen woher diese genau kommen, beispielsweise um eine Lücke im Zaun ausfindig zu machen, sondern auch zu erkennen um welches Tier es sich handelt – denn der falschen Spur zu folgen nützt natürlich wenig.

Erkennen und unterscheiden lernen

Gerade Nagetiere hinterlassen oft sehr ähnliche Spuren. Die Größenverhältnisse der Abdrücke können hier entscheidend sein. Trittsiegel von Mäusen sind kleiner als drei Zentimeter, Ratten hingegen hinterlassen deutlich größere Abdrücke. Beide gemein haben, besonders bei Schnee, die deutliche Schleifspur des Schwanzes. Zum Teil überdecken sich auch die Abdrücke von Vorderläufen und Hinterbeinchen. Ein Eichhörnchen hingegen, rennt charakteristisch eher kurze Wege, meist von Baum zu Baum, selten im offenen Feld. Es setzt seine vier Pfoten parallel, während Hasen Vorder- und Hinterpfoten zueinander versetzt setzen. Die Abdrücke der Hinterpfoten liegen hierbei jedoch vor denen der Vorderpfoten. Ein kleiner Unterschied, der einen Gemüsedieb von einem Nussdieb unterscheidet. Wer Tierspuren zu deuten weiß, der weiß wie man vorbeugen kann. Für alle anderen kann das Lesen von Tierspuren, besonders im Winter, ein spannendes Hobby sein.