Tiertransporte: Argumente der Tierschützer

Immer wieder zeigen Printmedien und Fernsehen Bilder und Filme von Tieren, die auf dem Transport gequält, verletzt oder getötet werden. Tiertransporte werden ständig kontrovers diskutiert.


Nur der Transport lebendiger Tiere per Kraftfahrzeug, Schiff, Flugzeug oder per Bahn wird unter dem Oberbegriff Tiertransport zusammengefasst. Weltweit werden täglich über 100 Millionen Tiere transportiert, in den Staaten der Europäischen Union ungefähr 1 Million.

Kreuz und quer durch die Weltgeschichte
Die Transporte gehen nicht nur vom Bauernhof zur nächstgelegenen Schlachterei, sondern teilweise über Tausende von Kilometern. Dabei werden die Tiere nicht nur kreuz und quer innerhalb der EU befördert, sondern zum Beispiel auch in nordafrikanische Drittländer. Transportiert werden dabei nicht nur Schlachttiere, sondern auch Mast-, Zucht- oder Zirkustiere. Die Beförderung von Lebendtieren wird in der EU durch die Europäische Transportverordnung geregelt, die 2007 in Kraft getreten ist. Obwohl für Tiertransporte eine maximale Beförderungsdauer von 8 Stunden vorgesehen ist, kann diese durch spezielle Fahrzeuge (mit Ventilatoren oder speziellen Wassersystemen) oder verlängerte Pausenintervalle beliebig verlängert werden. Die Fahrzeuge können dabei mit einem Ladesystem von bis zu 5 Ebenen ausgerüstet werden. Dies ist abhängig von den zu transportierenden Arten. Pferde dürfen demnach nur einstöckig, Ferkel auf bis 5 Etagen geladen werden.

Probleme und Gründe, die gegen Tiertransporte sprechen
Warum werden Tiere überhaupt lebendig transportiert und das noch über große Entfernungen, die den Transport doch stark verteuern und damit auch das "Produkt" Tier? Die EU-Agrarwirtschaft wird von der Staatengemeinschaft stark subventioniert. Das Vieh bleibt preisgünstig und wird so künstlich konkurrenzfähig gehalten. So lassen sich auch weite Wege wie zum Beispiel in den Nahen Osten oder nach Nordafrika finanziell noch vertreten. Statt vieler kleiner, regional verwurzelter Betriebe setzen sich immer mehr Großschlachtereien mit überregionalem Einzugsgebiet durch, die Transportwege verlängern sich deutlich. Tierschützer, die gegen Tiertransporte argumentieren, sprechen hierbei oft von Tierquälerei. Die Tiere leiden aufgrund der ungewohnten Situation demnach unter Stress, die auch von der räumlichen Enge und der daraus resultierenden Nähe zu Artgenossen verursacht wird. Bei langen Fahrten kommen noch Erschöpfungszustände, Hitze- und Kälteschocks sowie eine unzureichende Wasser- und Futterversorgung hinzu.  Ungeklärt ist auch, wie sich die Ausschüttung von Stresshormonen des Schlachtviehs auf die Qualität des Fleisches dieser Tiere auswirkt.