Tillandsien - Exotik für Zuhause

Nützliche Informationen zu den beliebten exotischen Zimmerpflanzen aus der Gattung der Tillandsien.


Tillandsien gehören sicherlich zu den skurrilsten Pflanzen mit den faszinierendsten Wuchsformen. Was sie für uns außerdem so besonders macht, ist die Fähigkeit ohne eine Erdkultur zu überleben und zu gedeihen. Doch wie pflegen Sie Ihren neuen Schützling am besten?

Über die Geschichte und Herkunft der exotischen Gewächse
Die Ursprungsformen dieser Pflanze stammen aus dem tropischen und subtropischen Amerika. Mit mehr als 400 Arten ist die Tillandsie die größte und artenreichste Gattung in der Familie der Bromeliengewächse (Broeliaceae). Der Überlieferung nach war es niemand Geringeres als Christoph Kolumbus, der im Jahre 1493 in der Karibik, die erste bekannte Art der Bromelien, die Ananas, kennenlernte und mit nach Europa brachte. Carl von Linné bestimmte diese Gattung im Jahre 1753 und benannte sie nach dem schwedischen Botaniker Tilllands. Unter den 400 Arten gibt es drei Lebensformen. Epiphytisch, was bedeutet, dass die Gewächse auf anderen Pflanzen leben. Lithophytisch lebende Bromelien leben auf Felsen und terrestrische Formen sind Pflanzen, die am Boden leben. Eingeteilt werden alle drei Lebensformen in grüne und graue, beziehungsweise weiße Pflanzen. Grüne Pflanzen benötigen ein kühles und feuchtes Klima und leben meistens terrestrisch im Schatten, wie zum Beispiel die Tillandsia bulbosa. Graue oder weiße Pflanzen, wie zum Beispiel die Tillandsia argentina, leben meist epiphytisch und besitzen schmale bis grasartige Blätter, die mit dicht aneinandergereihten, silbergrauen Saugschuppen ausgestattet sind. So können sie die benötigte Luftfeuchtigkeit festhalten – daher auch der poetische Name Luftnelke.

Die Richtige Pflege und Vermehrung von zauberhaften Tillandsien
Graue oder weiße Tillandsien mögen ihren Standort ganzjährig hell. Im Sommer sonnig und warm, mitunter auch gern im Freien. Im Winter dagegen sollten sie bei bei 10°C bis 15°C stehen. Grüne Tillandsien können ganzjährig warm und hell stehen, aber nicht sonnig. Im Sommer sollte die Pflanze täglich mit weichem Wasser besprüht werden. Im Winter bewässern Sie Ihren Schützling nur ein bis zwei Mal in der Woche. Achtung: Testen Sie Ihr Leitungswasser rechtzeitig, denn hartes Wasser verstopft die Saugschuppen der Tillandsie und verhindert so die Nährstoffaufnahme! Als Zusatz ist es erlaubt, alle 14 Tage einen schwach dosierten Dünger mit ins Sprühwasser zu geben. Die optimale Vermehrung erreicht man bei den Anpassungskünstlern durch Ableger – auch Kindel genannt – die man erst von der Mutterpflanze trennt, wenn sie etwa halb so groß wie diese sind und dann auf Äste bindet. Krankheiten und Schädlinge kommen bei den Bromeliengewächsen relativ selten vor, im Einzelfall kann es trotzdem zu Woll- und Schildläusebefall kommen.

Was Sie beim Kauf beachten sollten
Wo Sie ihre Pflanze kaufen, spielt keine Rolle. Achten Sie nur darauf, wie diese dort behandelt werden. Stehen die Pflanzen in dunklen und zugigen Passagen, dann verzichten Sie auf einen Kauf. Eingerollte Blätter oder eine weiche, labile Beschaffenheit, deuten auf Feuchtigkeitsmangel und unsachgemäße Pflege hin. Tillandsien werden oft und gerne auf Steine geklebt angeboten. Diese stammen von containerweise geplünderten Pflanzen aus ihren Heimatstandorten. Leider ist es eine Tatsache, dass viele der Pflanzen nicht einmal die lange Einfuhr zu ihrem Bestimmungsort überstehen. Kaufen Sie nur Samen oder vegetativ vermehrte und auf Äste aufgebundene Pflanzen. Mehr Auskunft darüber gibt die Deutsche Bromelien-Gesellschaft.