Tollkirsche: Giftige Pflanze und Verwendung in Arznei

Die Tollkirsche ist in der richtigen Dosierung eine wertvolle Pflanze, die beispielsweise in der Medizin Anwendung findet.


Die Tollkirsche gehört zu den Nachtschattengewächsen und alle Teile der Pflanzen sind sowohl für Mensch als auch Tier hochgiftig. Trotz ihrer giftigen Inhaltsstoffe wird sie in der Medizin, wie auch andere Giftpflanzen, eingesetzt. Da schon geringe Dosen nach der Einnahme Vergiftungserscheinungen hervorrufen können, dürfen Präparate mit der Pflanze ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

Beschreibung
Die Tollkirsche ist eine staudenartige Pflanze, die zwischen einem halben und eineinhalb Meter hoch werden kann. Die Blätter sind sehr groß und eierförmig und die Stängel leicht behaart. Die Blüten sind glockenförmig und hängend. Ihre Färbung ist blass-violett oder gelb und die Blütezeit dauert von Juni bis August. Die Früchte der Tollkirsche sind – wie ihr Name schon vermuten lässt – wie eine Kirsche und sind bei vollem Reifegrad dunkelviolett.
Die Tollkirsche ist an den Waldrändern oder Lichtungen von Laub- und Mischwäldern mit besonders kalkhaltigem Boden anzutreffen. Zur Vermehrung bildet die Pflanze Rhizome aus, aber auch eine Verbreitung über Samen ist möglich.

Inhaltsstoffe und Anwendung
Die Tollkirsche ist, wie zu Beginn schon erwähnt eine hochgiftige Pflanze, die einen hohen Anteil an Alkaloiden besitzt. Bereits ein bis zwei Tollkirschen-Beeren können nach dem Verzehr zu leichten Wahrnehmungsveränderungen führen und je höher die Dosierung sogar zu ausgeprägten Halluzinationen.
In der Medizin wird die Pflanze in der Augenheilkunde verwendet. Neben homöopathischen Augentropfen, findet man sie auch beim Augenarzt, der sie beim Patienten zur Pupillenerweiterung verwendet. Außerdem hat sie eine schmerzstillende und krampflösende Wirkung. Deshalb sind Extrakte dieser Pflanze auch oft Teil von Medikamenten für Asthma-Patienten. Die krampflösende Wirkung verschafft hier schnell Abhilfe bei Anfällen und kann Asthmatikern sogar das Leben retten. Da die Inhaltstoffe der Pflanze auch die Bildung von Drüsensekreten hemmt, wird sie ebenfalls bei der Medikation von Parkinson-Patienten eingesetzt.
Aber auch hier muss man wieder betonen, dass man sich an die verordneten Dosen genau halten muss, da sonst Vergiftungserscheinungen auftreten. Diese äußern sich zu Beginn mit Mundtrockenheit, Sehstörungen und Hitzegefühl. In weiterer Folge kommt es dann zu Herzrasen und Halluzinationen. Schließlich kann eine Überdosierung zum Koma und letztendlich zum Tod führen.