Tonziegel oder Betonziegel? Tipps vom Dachdecker

Da ein neues Dach eine Investition ist, die sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken soll, stellt sich die Frage, welcher Ziegelart der Vorzug zu geben ist?


Die Entscheidung mit welchem Material Sie das Dach Ihres neuen, oder frisch renovierten Daches decken, will gut überlegt sein. Ein neues Dach ist, wenn alles gut geht, eine Investition für die nächsten nahezu dreißig Jahre. In der Diskussion stehen neben äußerst seltenen Materialien wie Schiefer und Reed besonders die Werkstoffe Ton oder Beton. Der Fachmann spricht hierbei von Tonziegeln und statt von Betonziegeln von Betonpfannen oder Dachsteinen. Beide Arten der Dachdeckung haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile, die im Folgenden besprochen werden sollen.

Eine kurze Gegenüberstellung der Materialien Beton und Ton
Seit welcher Zeit aus Ton gebrannte Dachziegel genutzt werden ist nicht überliefert. Der griechischen Schriftsteller Pindar schreibt die Erfindung jedoch den Korinthern im 450 v. Chr. zu. An der grundsätzlichen Verarbeitung hat sich seitdem wenig geändert. Der klassische Tonziegel wird aus einer Mischung aus Ton und Lehm hergestellt und bei Temperaturen von circa eintausend Grad Celsius gebrannt. Der Ziegel ist recht leicht und in einer schier unglaublichen Formenvielfalt erhältlich. Bekannte Ziegelformen sind der klassische Biberschwanz, die Flachdachpfanne oder der modernen Flachziegel, doch es werden immer wieder neue Formen entworfen. Das natürliche Material weißt viele feine Poren auf, mit denen der Ziegel schnell Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben kann. Das Dach ist äußerst witterungsbeständig, trocknet schneller und setzt sich nicht so schnell mit Moos zu.  Seine Farbe bekommt der Tonziegel zum einen durch entsprechend gefärbten Ton und durch speziell aufbereiteten Tonschlamm. Mittels der späteren Glasur kann die entsprechende Farbgebung des Ziegels erheblich erweitert werden. Betonziegel werden aus einer Mischung von Sand, Zement und Wasser hergestellt. Während der Herstellung werden den Dachsteinen die entsprechenden Farbpigmente beigegeben, sodass eine große Farbpalette möglich wird. Der Begriff Ziegel wird in aller Regel für Materialien verwandt, die aus tonhaltigem Lehm gebrannt werden. Aus diesem Grund werden Betonziegel in der Fachwelt Betondachsteine genannt.

Welche Vorzüge und welche Nachteile haben die unterschiedlichen Materialien.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Materialien ist der Energieaufwand bei der Herstellung. Da für die Fertigstellung von Tonziegeln Temperaturen von circa eintausend Grad notwendig sind, ist der Energieaufwand im Vergleich zu Dachziegeln aus Beton deutlich höher. Dies schlägt sich auch im Preis nieder. Die unterschiedliche Weise der Farbgebung schlägt wird in der Farbvielfalt deutlich. Die Farbpalette bei Beton ist bunter, und da der Ziegel durchgefärbt ist, ist Abplatzen kein Problem. Tonziegel gibt es dafür in großer Formenvielfalt. Sie passen sich an alte Dächer und traditionelle Dachformen an. Für denkmalgeschützte Häuser sind Dachziegel aus Ton oft die einzige Alternative. Dafür werden Betonpfannen teilweise seit Jahrzehnten unverändert produziert. Sie sind somit auch viele Jahre nach der Dachdeckung nachzukaufen und ermöglichen so eine günstige Reparatur, statt einer kompletten Neueindeckung. Heutzutage können gebrauchte Betondachsteine zurückgegeben werden. Sie werden gemahlen und für die Herstellung neuer Steine beigemengt. Der große Vorteil der Tonziegel gegenüber den Betonziegeln liegt beim geringen Gewicht und der raschen Abtrocknung, die einer Moosbildung auf dem Dach entgegen wirken.

Es ist Geschmackssache
Beide Arten der Dachabdeckung halten gleich lang, der Tonziegel ist natürlicher und vielfältiger in seiner Form, der Betonziegel günstiger und mit großer Farbenvielfalt. Die Entscheidung zwischen beiden Arten der Dachabdeckung ist zum großen Teil eine Einstellungssache.