Tourette Syndrom - Eine ernste Angelegenheit

Im Schulalter äußert sich das Tourette Syndrom meist durch unwillkürlich wiederholende Bewegungen oder durch Laute wie Schreien oder Schmatzen...


Die Symptome des Gilles-de-la-Tourette Syndroms werden als sogenannte Tics bezeichnet. Im Schulalter äußert sich das Tourette Syndrom meist durch unwillkürlich wiederholende Bewegungen oder durch Laute wie Schreien oder Schmatzen.Leider werden diese Symptome meist als kindlicher Trotz abgetan und die Diagnose erst sehr spät gestellt. Wichtige Entwicklungsschritte eines Kindes werden daher verpasst. Auch leichtere Symptome wie Grunzen, Schmatzen, Zucken oder Grimassenschneiden zählt man heutzutage zum Tourette-Syndrom. 
Menschen, die das Tourette Syndrom haben, sind nicht weniger intelligent als andere Menschen und gelten in der Regel sogar als besonders musikalisch und sprachlich begabt.

 

Tics
Bei den unwillkürlichen Handlungen, den sogenannten Tics werden zwei Arten unterschieden: Die vokalen, wie beispielsweise Schimpfen und Schmatzen, und die motorischen, wie beispielsweise Zuckungen. Die motorischen Tics des Tourette Syndroms beginnen in der Regel zwischen dem siebten und zwölften Lebensjahr, die Vokalen etwa ab dem zwölften Lebensjahr. Die Tics des Tourette Syndroms sind sehr vielfältig. Sie reichen von Blinzeln, Beißen, obszönen Gesten, Imitation von anderen Personen, Tiergeräuschen bis hin zu obszönen Äußerungen. Die Diagnose des Tourette Syndroms wird gerade dadurch erschwert, dass die Symptome gerade zu Beginn der Erkrankung oft monatelang ausbleiben. Es kann zum bekannten „Vorführ-Effekt“ kommen, sodass die Symptome gerade bei der Untersuchung des Arztes ausbleiben. Um aber dennoch glaubwürdig zu erscheinen und damit die Diagnose des Tourette Syndroms zu erleichtern, sollten Eltern zum Beispiel Videoaufnahmen von ihren Kindern zu Hause anfertigen und zum Arztbesuch mitbringen.

 

Betroffene
Etwa 40.000 am Tourette-Syndrom leidende Menschen, sie machen etwa ein Drittel aller Erkrankten aus, sind zusätzlich von der Koprolalie betroffen. Darunter versteht man den unwillkürlichen Drang, Flüche und Obszönitäten auszustoßen.
Trotz aller Tics ist die Prognose des Tourette Syndroms nicht allzu schlecht. Etwa ab dem 20. Lebensjahr bilden sich bei etwa einem Drittel der am Tourette Syndrom Erkrankten die Symptome spontan zurück. Da die Tics des Tourette Syndroms in der Regel durch innere und äußere Stressfaktoren ausgelöst werden, sollte man versuchen, einen Tourette Syndrom Betroffenen bestmöglich davor zu schützen. So kann man den Alltag dann wesentlich entspannter miteinander verbringen. 

 

Stand: 11. November 2009