Transpantaneira: Nord-Südverbindung im Pantanal

Die Transpantaneira ist eine Straße aus aufgeschütteter Erde, die sich über 145 Kilometer quer durch das Panatanatal zieht.


Das Pantanatal liegt im Südwesten von Brasilien und kleinere Teile davon reichen bis nach Paraguay und Bolivien. Die Transpantaneira zieht mitten durch das Tal. Zahlreiche Seen mit Süßwasser und menschenleere Flussniederungen liegen neben dem Hauptfluss Rio Paraguay in diesem Tal. Das Feuchtklima und die stabilen Temperaturen haben über die Jahrtausende einen Artenreichtum geschaffen, der weltweit fast nicht zu überbieten ist. Zwar bedroht seit Kurzem die lokale Industrie mit Ethanolfabriken und der Anbau von Zuckerrohr und Soja dieses paradiesische Stück Natur, doch setzen internationale Umweltschützer alles daran die einzigartige Landschaft zu schützen und zu erhalten.

Was macht die Transpantaneira so besonders?
Die Straße ist im Rahmen eines Bauprojektes realisiert worden. Ursprünglich war sie als Nord-Südverbindung geplant. Die Umsetzung erfolgte allerdings nur im Bundesstaat Mato Grosso. Die aufgeschüttete Straße muss regelmäßig erneuert werden und die Erhaltung der 127 großen und kleinen Holzbrücken verschlingt Unmengen an Material. Der Ausgangspunkt liegt bei Poconé. Die Kleinstadt mit etwas über 30.000 Einwohnern war bis vor Kurzem noch Zentrum der größten Viehversteigerungen des Landes. Ende der 80er Jahre erlebte die Stadt auch einen Aufschwung durch die hier gestrandeten Goldgräber.

Ist die Transpantaneira eine Reise wert?
Für Naturliebhaber und Entdecker ist das Pantanatal und eine Tour über die aufgeschüttete Straße das Paradies. Unberührte Landschaften und abenteuerliche Erlebnisse erwarten die interessierten Besucher an jeder Ecke. Die an der Straße gelegenen Faziendas bieten Besuchern Unterkunft. Diese Farmen sind teilweise sehr einfach und bescheiden, bieten aber als Stützpunkt für weitere Entdeckungstouren entlang der Strecke unschätzbaren Wert. Ein besonderes Highlight sind zum Beispiel geführte Beobachtungstouren zu Jaguarkolonien. Aber auch Pumas und Ozelots sind hier heimisch. Vogelkundler finden hier eine Unzahl an endemisch vorkommenden Arten. Geschätzte 665 Arten von Vögeln, darunter auch der Jabiru, sind zum Symbol für das Pantanatal und seine Straße geworden. Säugetiere wie Sumpfhirsche, Pekaris und Capybaras und unzählige Reptilien und Amphibien warten darauf beobachtet zu werden. Im Jahr 2000 wurde das Nationalparkgebiet, durch das die Transpantaneira führt, von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.