Tranzyt: Dokumentarfilmfestival in Posen

Tranzyt, ein Filmfestival für Dokumentarfilme in der polnischen Stadt Posen, präsentiert seit 2009 engagiertes Dokumentarkino aus aller Welt.


Tranzyt - Transit, Übergang - heißt ein polnisches Filmfestival für Dokumentarfilme. Es ist noch ein ganz junges Pflänzchen, das 2009 das Licht der Welt erblickte. Seither müht man sich in Posen, der alten Stadt an der Warthe, die einmal preußisch war, anspruchsvolles Dokumentarkino mit Biss und gesellschaftlichem Engagement zu präsentieren. Gutes Kino hat in Polen Tradition: So galt die Filmhochschule in Lodz lange Zeit als eine der besten Europas, wo Genies wie Roman Polanski studierten. Mit einem Festival für Dokumentarfilme betrat man in Polen allerdings Neuland.

Staatlich gefördertes Kulturprojekt
Aus eigener Kraft könnte das kleine polnische Filmfestival nicht existieren. Aber dem polnischen Staat ist die Förderung der Kultur, zu der auch der Film gehört, traditionell ein wichtiges Anliegen. Und so fließen auch für die Stemmung dieses ehrgeizigen Projekts öffentliche Gelder nach Posen: Polnisches Außenministerium und Senat, staatlicher Rundfunk und Fernsehen sowie das Ministerium für Kultur und Nationales Erbe öffneten großzügig ihre Fördertöpfe für Tranzyt. Schließlich geht es auch um die Förderung internationaler kultureller Beziehungen.

Persönliche Geschichten und der Atem der Geschichte
Eingeladen werden zum Filmfestival in Posen Nachwuchsfilmemacher aus aller Welt, aber auch Ikonen des polnischen Kinos wie Agnieska Holland. Eine Grundlinie, so die Veranstalter, lässt sich bei aller Verschiedenheit der Filme ausmachen: das Bemühen, Realität des Alltags und das kleine, private Leben mit dem großen Atem der Geschichte, mit politischem Wandel und veränderten Sichtweisen in Beziehung zu setzen. So kommen Streifen über die Folgen der AIDS-Seuche in Afrika ebenso zur Aufführung wie solche über die Geschichte der Skinhead-Bewegung in England oder über Frauen im Iran.

Clubs und Galerien als Spielstätten
Das Posener Festival für Dokumentarfilme findet alljährlich im August statt. Genutzt als Spielstätten werden nicht nur lokale Kinos, sondern auch das städtische Kulturhaus, Clubs, Jugendtreffs und Galerien. Neben den Filmpräsentationen stehen Soundtracks und eine Projektbörse auf dem Programm. Preise werden nicht verliehen bei Tranzyt.