Trasszement: Eigenschaften und Verwendung

Trasszement ist ein mineralisches Bindemittel mit besonderen Eigenschaften und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.


Zement ist ein mineralisches, hydraulisches Bindemittel. Die Erhärtung beruht auf einer chemischen Reaktion mit Wasser (Hydratation), der gebildete Zementstein ist wasserunlöslich. Die Ausgangsprodukte von Zement sind im wesentlichen Kalkstein, Ton und Mergel, durch Beimischung spezieller Komponenten können die Eigenschaften angepasst werden. Bereits die Römer mischten dem Kalk Puzzolanerde, gemahlene Ziegel oder Trass bei, um ihm hydraulische Eigenschaften zu verleihen. Die normkonforme Bezeichnung für Trasszement lautet Portland-Kompositzement, Puzzolanzement oder Kompositzement entsprechend der enthaltenen Komponenten. Er besteht aus 65–94 Masseprozent Portlandzement und 6–35 Masseprozent Trass sowie Komponenten zur Regelung der Erstarrungszeiten. Trasszement wird zur Herstellung von Mörtel und Beton eingesetzt.

Eigenschaften
Trass ist sehr fein gemahlener vulkanischer Tuff, ein Naturstein aus verfestigter Vulkanasche. In Deutschland wird er als rheinischer Trass in der Eifel, als Suevit-Trass im Nördlinger Ries sowie als bayrischer Trass gewonnen. Beton und Mörtel aus Trasszement werden besonders dicht und beständig gegen Umwelteinflüsse. Das Kalkbindevermögen des Trassanteils reduziert den Kalküberschuss im Zementleim und das Quellvermögen den Porenraum im Zementstein. Weniger Poren bedeuten einen geringeren kapillaren Wasseraustausch, was der Gefahr von Ausblühungen und Fleckenbildung entgegenwirkt. Mit Trasszement hergestellter Frischmörtel oder Frischbeton ist geschmeidig und gut zu verarbeiten, er neigt kaum zu Wasserabsonderung. Trasszement bewirkt eine Verbesserung der Betonzugfestigkeit und damit eine höhere Elastizität, die der Entstehung von Setzrissen entgegenwirkt. Die Erhärtung des Betons verläuft verzögert und die geringere Abgabe von Hydratationswärme mindert die Schwindrissneigung. Diese Eigenschaften sind für die Herstellung von Massenbeton von Vorteil.

Verwendung
Die besonderen Eigenschaften von Trasszement erlauben vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Mörtel wird wegen der geringen Neigung zu Kalkausblühungen vorrangig für die Verlegung und Verfugung von Natursteinen, Platten und Pflastern eingesetzt. In Kombination mit Trasskalk oder Kalkhydrat werden Putze und Mörtel hergestellt, die speziell für Restaurierungsarbeiten im Denkmalschutz geeignet sind. Im Betonbau wird er verwendet, um die Dichtigkeit und chemische Widerstandsfähigkeit von Betonteilen zu erhöhen, aber auch für die Herstellung von Massenbeton. Einige Einschränkungen sind beim Einsatz von Trasszement zu berücksichtigen. Während der Verarbeitung muss die Temperatur der Umgebung und des zu verarbeitenden Materials über fünf Grad Celsius liegen. Beton und Mörtel dürfen nicht für Bauteile, die einem Frostangriff mit Taumittelbelastung ausgesetzt sind, verwendet werden. Außerdem ist er nicht für Spannbeton zugelassen.