Trauerbewältigung: Möglichkeiten

Trauerbewältigung ist ein langer schmerzhafter Weg, bis der Betroffene wieder bereit ist, den Blick in Richtung Zukunft zu richten.


Trauer ist ein Gemütszustand, den jeder Mensch in unterschiedlicher Intensität und nicht nur einmal im Laufe des Lebens ertragen muss. Trauer wird meist ausgelöst durch einen schweren Verlust oder tiefen Schmerz, und manchmal glaubt man, ihn nie verwinden zu können. Vor allem, wenn es sich um den endgültigen Abschied von einem geliebten Menschen handelt. Denn Trauerbewältigung dauert lange.

Trauerbewältigung hilft Wunden heilen
Jeder trauert anders. Manche schreien ihren Schmerz heraus oder auch ihre Wut, andere ziehen sich zurück und weinen still vor sich hin. Trauer ist eine sehr individuelle Angelegenheit, aber wer damit nicht allein ist, hat es in der Regel leichter. Mit Angehörigen und Freunden über seine Gefühle zu reden, hilft, die Trauer zu bewältigen und sie zu überwinden. Es ist auch wichtig, Erinnerungen an den Menschen, den man unwiderruflich verloren hat, zuzulassen, Fotos in die Hand zu nehmen, Kleidungsstücke zu berühren oder Musik zu hören, die demjenigen gefallen hat. An die Zeit, die man mit ihm verbringen konnte, zu denken, tut weh, aber es trägt dazu bei, den Verlust nach und nach zu akzeptieren. Vielen Menschen fällt es schwer loszulassen, sie suchen nach Erklärungen, fragen nach Schuld, zum Beispiel nach Krankheit oder einem Unfall oder sie haben selbst Schuldgefühle.

Vorsicht vor Depressionen
Art und Intensität der Trauerbewältigung hängt auch bedeutend davon ab, wie die Beziehungen zwischen den Hinterbliebenen und dem Menschen, den sie verloren haben, gewesen ist. Wenn Probleme nicht geklärt wurden und viele Fragen offen geblieben sind, gestaltet sich die Trauerarbeit viel schwieriger. Oft versuchen Trauernde, sich durch Arbeit und alle möglichen Aktivitäten abzulenken, oder Ersatz für den erlittenen Verlust zu suchen. Aber mit Verdrängung lässt sich Trauer nicht bewältigen. Irgendwann kommt sie zurück, manifestiert sich in Depressionen und Krankheitssymptomen. Wer mit seinem seelischen Schmerz nicht zurecht kommt, sollte sich Hilfe suchen bei Angehörigen, Freunden, Bekannten oder Seelsorgern. Und wenn das nicht ausreicht, auch bei Psychotherapeuten, Selbsthilfegruppen, Trauernetzwerken oder sogar Trauerreisen, bei denen die Teilnehmer ins Gespräch kommen und auf diese Weise Trauerarbeit leisten.

Vielen Menschen hilft der Glaube im Prozess der Trauerbewältigung
Trauer gehört zum Leben wie Freude, Liebe und Erfolg. Aber gerade die moderne westliche Kultur tut sich sehr schwer mit solchen Emotionen. Der Tod, endgültiger Verlust und Abschied, wird gern aus dem Leben ausgeblendet und verdrängt. Ebenso wie die Trauer darüber. Gläubige oder spirituelle Menschen gehen damit anders um. In Gebeten, religiösen oder traditionellen Ritualen wird der Trauer Zeit eingeräumt, um sich von der dahingegangenen Person zu verabschieden. Außerdem ist eine Gemeinschaft da, um die Trauernden zu begleiten. Manche finden Trost in dem Glauben, den geliebten Menschen eines Tages in einer anderen Welt wieder zu sehen. Auf welche Weise es auch jeder versucht – Trauerbewältigung ist notwendig, um wieder Lebensfreude zu gewinnen, sich auf neue Beziehungen einzulassen und vielleicht neue Perspektiven zu sehen.