Trauerrede - Gliederung und inhaltliche Tipps


Ob man dem Verstorbenen persönlich nahestand oder als professioneller Trauerredner mit dieser Aufgabe betraut wurde - immer ist es ein Abtauchen in die Tiefen des Gefühls, von dem auch Außenstehende nicht unberührt bleiben. Denn der Tod ist uns allen sicher. Daher gehören zu einer Trauerrede einige Qualitäten, die nicht jedem selbstverständlich gegeben sind: Sensibilität, Einfühlung, Gespür bei der Wortwahl und für die Angemessenheit des Augenblicks, Integrität und Dezenz.

Keine Trauerrede ohne Konzept
Beim Aufbau einer Trauerrede geht man von zunächst von Fakten aus, sammelt Informationen über das Leben des Verstorbenen, seine Familie, seine Lebenslinien, Wirkungskreise und Funktionen. Die Angehörigen stehen an erster Stelle, sie sind zumeist die Hauptleidtragenden, die einen Verlust zu beklagen haben. Diesen gilt es zu benennen, in dem man die Beziehungen des Verstorbenen zu seiner Familie herausarbeitet und positive Erinnerungen und Nachklänge in einer kleinen Geschichte zusammenfügt. Seine Berufstätigkeit, sein Wirken innerhalb der Gesellschaft und die Lücke, die nun geschlossen werden muss, können einen weiteren Baustein bilden.

Erinnern hilft Trauerarbeit bewältigen
Wesen und Charakter der zu ehrenden Person können mit einer kleinen Anekdote gestreift werden. Ein spontanes Schmunzeln im Andenken an gemeinsam verbrachte Zeiten löst Verkrampfungen und macht Seelenschmerz erträglicher. Besondere Talente, Ehrungen, Ehrenämter, soziale Verpflichtungen, die den Menschen ganz unvergleichlich machten, fließen in eine Trauerrede ein. Das Leben eines Menschen ist meist prall gefüllt an Einzelteilen, die alles zusammen eine individuelle Lebensleistung geben, die nur jedem allein gehört.

Die Meta-Ebene
Was ist der Tod? Was bedeutet Abschiednehmen? Einige philosophische Gedanken zu einem der unerforschten Phänomene dieser Welt verleihen der Trauerfeier Bedeutung. Wenn spätestens jetzt starke Gefühle hochkommen, sollte man der Versuchung zur Sentimentalität widerstehen. Schlichte Worte wirken ehrlicher als aufgeblähte Floskeln. Manchmal unterstützt eine Lieblingsmusik die Trauerrede. Mit ihr findet man den würdigen Bezug zu einer höheren, metaphysischen Ebene.

Zu beherzigen:
Eine Rede immer mit den Trauernden vorher abstimmen und für sich selbst schriftlich formulieren, ihre Wirkung vielleicht bei einem vertrauten Menschen testen. Nichts ist heikler als über die letzten Dinge zu sprechen. Und nichts ist hier peinlicher als ein verbaler Lapsus.