Treuhandkonto einrichten und verwalten

Ein Treuhandkonto dient der Verbuchung von Vermögenswerten die nicht dem Kunden gehören, sondern in fremder Rechnung gehandelt werden.


Bei der Eröffnung eines Treuhandkontos, überträgt ein Bankkunde als Treugeber der Bank als Treuhänder das Recht, Geld in seinem Namen anzulegen und zu verwalten.
Zum Ablauf der Beantragung oder auch Eröffnung eines Treuhandkontos, wird zunächst das gängigste Beispiel aus der Praxis, das Mietkautionskonto betrachtet.
In der Regel eröffnet ein Vermieter, hier Treuhänder, ein Konto auf welches die Mietkaution vom Mieter, hier Treugeber, eingezahlt wird.

Die Beantragung / Eröffnung

Die Eröffnung und Verwaltung von Mietkautionskonten kann bei verschiedenen Banken unterschieden werden. Hier ist es dann durchaus möglich, dass der Mieter Treuhänder und Treugeber zugleich ist. Dies wird durch diverse Zusätze zum Kontennamen geregelt.
Bei Einrichtung eines solchen Treuhandkontos zum Zwecke der Mietkaution gibt der künftige Kontoinhaber nach Belehrung zum Geldwäschegesetz an, in fremder Rechnung zu handeln.
Hiernach ist er dazu verpflichtet, den Namen und die Anschrift des wirtschaftlich Berechtigten aus diesem Vertrag zu nennen.
Auch bei diesem Konto wird ein Zusatzvermerk zum Kontennamen geführt, welcher auf den Zweck hinweist. Ist das Konto eröffnet, kann der Treuhänder den Betrag in bar auf das Konto einzahlen.

Was ist bei der Verwaltung zu beachten

In jedem Fall muss die Bank des Treuhänders ihrer gesetzlichen Informationspflicht nachkommen.
Mietkautionskonten, wie in diesem Beispiel genannt, sind zumeist Sparkonten, da für diese keine Verwaltungsgebühren, wie Kontoführungsgebühren anfallen.
Werden demnach keine Umsätze auf diesem Konto getätigt, erhält der Treuhänder einen Sparjahresauszug, auf welchem die eingezahlte Summe sowie die eventuell aufgelaufenen Zinsen ausgewiesen sind.
Der Treugeber selbst, hier der Mieter, hat keinerlei Auskunfts- und Verfügungsrecht. Auch ein Freistellungsauftrag kann nicht gestellt werden.

Was muss bei Auflösung eines Treuhandkontos beachtet werden

Im Bezug auf das vorangestellte Beispiel einer Mietkaution, besteht bei Auflösung oder auch Löschung eines solchen Kontos eine Informationspflicht durch die Bank des Treuhänders gegenüber dem Treugeber, hier dem Mieter.
Kommt es zum Einbehalt eines Teilbetrages aus der Mietkaution, muss dies zunächst durch die Bank mit dem Mieter abgestimmt werden. Stimmt dieser zu, veranlasst die Bank die Auszahlung der jeweiligen Teilbeträge zugunsten der Konten von Vermieter und Mieter. Das Mietkautionskonto wird gelöscht.

Besondere Eigenformen

Eine Sonderform stellt das Anderkonto dar. Anderkonten dürfen nur von Angehörigen bestimmter Berufsgruppen eröffnet und unterhalten werden. Auch hier gilt der Grundsatz der "fremden Rechnung". Das wohl bekannteste Beispiel sind die Notar-Anderkonten zugunsten von Mandanten.