Tribromphenol: Grundstoff für Flammenschutzmittel

Tribromphenol ist ein Stoff, der in Kunststoffmaterialien von Elektrohaushaltsartikeln chemisch eingebunden wird, um im Brandfall die schnelle Ausbreitung zu verringern.


Bei Zimmerbränden durch elektrischen Kurzschluss kann es schnell zu einem Umsichgreifen der Flammen kommen. Um die Ausbreitung des Feuers zu unterbinden, werden vor allem bei Fernsehern und Computer, in das Kunststoffgehäuse spezielle chemische Verbindungen eingebunden, die brandhemmend wirken. Die sogenannten Flammschutzmittel werden aber auch in Polstermöbeln und Teppichen verwendet und der Jahresverbrauch weltweit liegt bei etwa 1,5 Millionen Tonnen.

Wirkungsweise von Tribromphenol als Flammschutzmittel
Die Wirkstoffgruppe der mehrfach bromierten Biphenyle, zu denen das Tribromphenol gehört, setzt unter Hitzeeinwirkung bei der Pyrolyse Halogen-Radikale frei, die die Reaktion mit Sauerstoff hemmen. Auf diese Weise soll die schnelle Ausbreitung eines Feuers verhindert werden. Wenn diese Reaktion abläuft, wird Energie verbraucht und dem aufflammenden Feuer Wärme entzogen, die Reaktion ist endotherm und hemmt so die Flammenbildung. Zusätzlich entsteht Halogenwasserstoff und verdünnt als Gas den Sauerstoffanteil in der Umgebung des Brandherdes, was ebenfalls einen flammenhemmenden Effekt ausübt. Bereits im Jahr 2000 wurden insgesamt 38 Prozent des weltweit produzierten Broms für die Herstellung von bromierten Flammschutzmitteln verwendet.

Gesundheitliche Bedenklichkeit von Flammschutzmitteln
Die bromierten Biphenyle werden als reaktive Flammschutzmittel bezeichnet, da der Wirkstoff fest in die Struktur des Materials eingebunden ist. Bei der Herstellung des Kunststoffes findet eine chemische Einbindung des Tribromphenol in die Polymermatrix statt, so dass der Wirkstoff nicht frei vorliegt und in die Umwelt gelangen kann. Deshalb bestehen bei normaler Nutzung kaum Gesundheitsrisiken für den Menschen, da die Emissionen kaum messbar sind und keine Gefahr darstellen. Allerdings kann es im Falle eines Brandes bei der Pyrolyse zur Bildung von gesundheitsschädlichen Verbindungen kommen. Unter anderem werden durch thermische Reaktionen Dioxine gebildet, die stark toxisch und krebserregend sind. Insgesamt sind die nachweisbaren Konzentrationen für verschiedene Flammschutzmittel wie Tribromphenol in Muttermilch, Hausstaub oder auch im Blutserum in den letzten Jahren gestiegen.