Trimgel im Test

Trimgel verspricht eine einfache Gewichtsabnahme durch Eincremen. Doch hält das Produkt was es verspricht?


Trimgel – ein amerikanisches Innovationsprodukt auf dem Gewichtreduktionsmarkt – verspricht seinen Anwendern Gewichtsabnahme auf einfachste Art: Nicht durch Reduktion der Nahrungsaufnahme, auch nicht durch mehr Bewegung, sondern alleine durch Auftragen eines Gels auf die berühmten Problemzonen soll die Fettschicht an selbigen auf wundersame Weise wegschmelzen. Kann das sein?

Die Inhaltsstoffe des Wundergels
Unter der Markenbezeichnung HOODIAMAX wird im Verbraucher das Gefühl erzeugt, das Gel enthalte überwiegend Extrakte aus dem südafrikanischen Hoodia gordonii, einem Sukkulenten-Gewächs, das meist fälschlicherweise als Kaktus bezeichnet wird. Mit dem Original-Gewächs Hoodia gordonii sichern sich südafrikanische Buschmänner während tagelanger Jagdausflüge das Überleben, indem sie durch Kauen dieser Pflanzenteile das Hungergefühl reduzieren. Liest man jedoch die inhaltliche Zusammensetzung von HOODIAMAX durch, sieht man jede Menge pflanzlicher Zutaten wie Fenchel, Rosmarin, Blaue Zypresse, Grapefruit, Guarana und Kolanuss und vieles mehr, jedoch nichts von Hoodia gordonii. Eines beruhigt selbstverständlich: Trimgel scheint aus natürlichen pflanzlichen Zutaten zu bestehen.

Ist die Wirkung erfunden?
Kaum ist ein angebliches Wundermittel auf dem Markt, mehren sich die kritischen Stimmen derer, die Skepsis und Zweifel hegen. Darunter befinden sich ebenfalls etliche Anwender, die dem Hype verfallen sind und sich blind in das Abenteuer „Abnehmen durch Eincremen“ stürzten. Wenn die versprochene Gewichtsreduktion von bis zu 25 Kilogramm anschließend ausblieb, war der Zorn auf die Produkthersteller groß. Zu verlockend ist aber auch die Vorstellung, es sich mit Pizza, Chips und Cola auf dem Sofa bequem zu machen und sein schlechtes Gewissen ob der Kalorienzufuhr einfach wegzucremen. Wer von Trimgel in der Tat Wunder erwartet, also Gewichtsreduktion ohne irgendetwas selbst dazu beizutragen, der muss enttäuscht werden. Das Gel deshalb sofort als Scharlatanerie zu verteufeln mag aber auch nicht angebracht sein. Wer sich gesund, abwechslungsreich und vor allem kalorienbewusst ernährt, wer vom reinen Couch-Potato zum Bewegungsfreund mutiert und wer sich mental auf seinen künftig schlankeren Körper einstellt, der kann das Gel zusätzlich unterstützend einsetzen. Das Neurolinguistische Programmieren (kurz NLP) spricht von „Ankern“ und meint damit gewisse Handlungsmuster, die mit einer Erfolgsvorstellung verknüpft sind. Sie würden den Erfolg verstärken. Im Prinzip braucht man dabei nur seine Ernährungsgewohnheiten ändern, sich mehr bewegen und über das Trimgel-Ritual die Vorstellung vom Abnehmerfolg noch zusätzlich verstärken. Dann klappt es auch mit dem Abnehmen. Die Vorstellung von einem gezielten Hinwegschmelzen der Problemzonen durch Eincremen jedoch sollte man in das Reich der Märchen verbannen, dann gibt es auch kein böses Erwachen.