Trittfrequenz beim Fahrrad berechnen

Was hinter dem Begriff Trittfrequenz steckt, wie man sie bestimmen kann und warum sie gut für die Gesundheit ist.


Unter Trittfrequenz versteht man beim Fahrradfahren die Anzahl der vollständigen Pedalumdrehungen pro Minute. Ungeübte Radfahrer haben meist eine niedrige Frequenz, die etwa bei 60 Umdrehungen pro Minute liegt. Routinierte Fahrer liegen bei 80 bis 95 Umdrehungen, Profisportler schaffen in der Regel sogar 100 Umdrehungen und mehr. Als optimale Leistung wird eine Trittfrequenz von 80 bis 90 Umdrehungen angesehen.

Ist weniger mehr?
Je langsamer man in die Pedale tritt, umso mehr Kraft muss man aufwenden. Damit sind die Muskeln einer hohen Belastung ausgesetzt und ermüden schneller. Gleichzeitig werden auch die Gelenke und die gelenkstützenden Bänder und Sehnen einem höheren Druck ausgesetzt. Auf Dauer kann das zu Verschleißerscheinungen, vor allem der Kniegelenke, führen. Erhöht man die Trittfrequenz, braucht man weniger Kraft und Muskeln und Gelenke werden geschont. Dafür wird das Herz-Kreislaufsystem einer stärkeren Belastung ausgesetzt, was mit der Zeit zu einer höheren Ausdauer führt. Grundsätzlich hängt es natürlich von jedem einzelnen Menschen ab, was für ihn am angenehmsten ist. Es ist aber festzuhalten: Eine höhere Trittfrequenz ist gesundheits- und vor allem gelenkschonender und steigert die Kondition.
Die Trittfrequenz berechnen
Die einfachste Möglichkeit, die Trittfrequenz zu bestimmen ist es, fünfzehn Sekunden lang die Zeit zu stoppen, währenddessen die Pedalumdrehungen zu zählen und sie anschließend mit vier zu multiplizieren. Im Internet finden sich außerdem verschiedene Rechner.Um die Sache rechnerisch anzugehen, braucht man folgende Größen: Die Geschwindigkeit, das Übersetzungsverhältnis des Antriebs und den Radumfang. Unter Übersetzung versteht man das Verhältnis zwischen den beiden Zahnrädern der Kette. Man erhält diesen Faktor, indem man die Anzahl der Zähne am vorderen Zahnrad durch die Anzahl der Zähne des hinteren Zahnrades dividiert. Bei zwei gleichgroßen Zahnrädern wäre der Faktor also 1. Der Radumfang gibt die Strecke an, die ein Rad bei einer vollständigen Umdrehung zurücklegt. Bei einer Radgröße von 28 Zoll sind das beispielsweise 2,18 Meter. Es ergibt sich dabei folgende Formel:

- Trittfrequenz = Geschwindigkeit / (Übersetzung * Radumfang)

Die Geschwindigkeit wird in Metern pro Minute angegeben, der Radumfang ebenfalls in Metern. Die Zähne des Antriebs haben keine Größe, damit ist die Übersetzung ebenfalls einheitslos. Diese Formel gilt jedoch nur für Fahrräder mit Kettenschaltung.
Bei Rädern mit Nabenschaltung kommt noch die innere Getriebeübersetzung hinzu. Diese kann je nach Hersteller des Fahrradantriebs im Handbuch nachgeschlagen werden. Die Formel lautet dann wie folgt:

- Trittfrequenz = Geschwindigkeit / (Übersetzung * Radumfang * Innere Getriebeübersetzung)

Möchte man eine gleichbleibende Frequenz beibehalten, auch wenn sich die Geschwindigkeit ändert, muss man jetzt nur noch schalten.