Gerade Eigentümer und Mieter älterer Immobilien wissen es: Trittschall kann den Wohnkomfort stark beeinträchtigen.
Gerade bei Eigentümern und Bewohner älterer Immobilien ist Trittschall ein bekanntes Problem, das den Wohnkomfort enorm negativ beeinflussen kann. Das kann zum Beispiel der Nachbar in der Wohnung über einem sein, der nachts um halb zwei noch Gäste über dem eigenem Schlafzimmer empfängt oder die Kinder im Zimmer nebenan, die im ganzen Hause hören wenn der Vater spät von der Nachtschicht heimkommt. Doch was kann man dagegen machen? Gibt es preisgünstige Maßnahmen, die sich auch ohne einschneidende bauliche Veränderungen durchführen lassen? Um herauszufinden, wie man am Besten gegen Trittschall vorgehen kann, muss man zuerst erkennen, welche Ursachen er hat.
Direkter Trittschall
- Diese Form des Trittschalls ist die häufigste, jedoch auch die am leichtesten zu lösende. Ursache hierfür ist ein Bodenbelag, der ohne oder nur mit geringer Dämmung auf die unterliegende Decke verlegt worden ist. Ist zusätzlich der darunter liegende Estrich nicht schwimmend ausgeführt, können sich die Symptome nochmals verstärken.
- Bei derartigen Problemen bietet es sich an, den vorhandenen Bodenaufbau aktiv zu verbessern. Hierbei stehen prinzipiell zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Technisch am wirksamsten und vom Endergebnis am befriedigendsten ist es, den Fußbodenaufbau komplett zu erneuern.
- Das heißt: Sind Fliesen, Parkett, Laminat oder der Teppichboden so alt und unansehnlich und kann auch seitens der Eigentümer eine größere Menge an Schmutz in Kauf genommen werden, bietet sich der Neuaufbau des Bodens an.
- Jedoch ist dies reibungslos nur bei Massivdecken (Ziegel, Beton) möglich. Andere Decken, wie z.B. Feilböden oder Holzdecken verlangen vorab eine eingehende Prüfung durch einen Fachmann und sollten nicht eigenständig bearbeitet werden.
Erneuerung des Bodenbelages
- Bei dieser Methode wird erst der vorhandene Bodenbelag entfernt und anschließend der darunter liegende Estrich abgebrochen und entsorgt. Danach wird eine so genannte „Trittschalldämmung“ verlegt. Die notwendige Stärke ist vom Material abhängig und muss produktabhängig festgelegt werden.
- Anschließend wird der neue Estrich „schwimmend“ verlegt, das heißt er ist auch an den Rändern abgestellt und somit sowohl von den Außenwänden als auch vom darunter liegenden Boden entkoppelt. Anschließend kann der Bodenbelag nach Wunsch (Fliesen, Laminat, etc.) verlegt werden.
- Anders ist die Situation, wenn man den bestehenden Boden nicht rückbauen möchte oder kann. Dann bleibt nur die Möglichkeit, auf den bereits vorhandenen Boden eine Trittschalldämmung und einen Dünnbett-Estrich aufzubauen. Jedoch erhöht sich hier, selbst bei Minimaldicken, der Boden um einige Zentimeter, was die Raumhöhe reduziert und zum Beispiel ein Kürzen der Türblätter notwendig macht. Da hier einerseits die Dicke und somit der Wirkungsgrad der Trittschalldämmung mit dem Ziel einer möglichst minimalen Aufbauhöhe konkurriert, ist diese Lösung nur in wenigen Extremfällen sinnvoll.
Indirekter Trittschall
- Anders als beim direkten, läuft beim indirekten Trittschall die Schallübertragung nicht über die Zimmerdecke an die darunter liegende Raumluft, sondern über so genannte flankierende Wände, welche den Schall in die angrenzenden Räume leiten. Hier gilt die Faustformel, je schwerer (hohe Rohdichte) eine Wand ist, umso weniger Schall wird übertragen. Daher sind es vor allem nicht tragende Wände, die anfälliger für den indirekten Trittschall sind.
- Jedoch lässt sich dieser nur sehr schwer nachträglich unterbinden, wenn man davon absehen möchte, ganze Wände abzubrechen und durch schwerere zu ersetzen. Jedoch besteht die Möglichkeit, diese Wände freizulegen und sie abschnittsweise durch Sohlschnitte, welche dann mit Trittschalldämmungen unterlegt werden, von der Boden- und Deckenplatte abzukoppeln. Jedoch ist dieses Verfahren nicht nur aufwendig, sondern sollte nur unter Einbeziehung eines Tragwerkplaners erfolgen, der sowohl die Planung als auch den Bauablauf begleitet.
- Trittschall ist neben Schallbrücken durch innen liegende Ver- und Entsorgungsleitungen einer der Hauptursachen für Lärmprobleme, vor Allem im Mehrfamilienwohnbau. Versäumnisse bei der Planung können später oft – wenn überhaupt – nur unter großem Aufwand behoben werden. Jedoch bietet es sich bei Renovierungsarbeiten von Böden an, die offensichtlichen Mängel zu beheben und zumindest eine Mindesttrittschalldämmung analog Herstellerangaben einzubauen, um zumindest den direkten Trittschall zu reduzieren.