Triumphbogen in Paris: Geschichte

Der Triumphbogen in Paris am Place Charles-de-Gaulle ist Wahrzeichen der Stadt und ein Stück lebendige Geschichte, von den Zeiten Napoleons bis heute.


Neben dem Eiffelturm zählt der Triumphbogen in Paris zu den Wahrzeichen der französischen Hauptstadt. Unter ihm liegt die Grabstätte eines unbekannten Soldaten, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist mit der täglich brennenden „Ewigen Flamme der Erinnerung“. So soll an all die Toten erinnert werden, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind und nie identifiziert werden konnten. Ehrungen und Kranzniederlegungen finden dort das ganze Jahr über statt. Am 11. November jeden Jahres findet außerdem eine Parade statt, um dem Jahrestag des Waffenstillstandes zwischen Deutschland und Frankreich von 1918 zu gedenken. Der Triumphbogen ist 49,54 Meter hoch, 22 Meter tief und 44,82 Meter breit. Die Innenwände der Gewölbebögen zeigen 558 Namen von französischen Generälen. Die Namen derjenigen, die im Krieg gefallen sind, sind unterstrichen.

Der Triumphbogen – ein allgegenwärtiges Stück Geschichte
1806 gab Napoleon nach der Schlacht von Austerlitz den Auftrag, den Triumphbogen zu bauen. Damit wollte er seine damaligen Siege verherrlichen. Der Grundstein zu diesem Bauprojekt wurde am 15. August 1806 gelegt. Zu der damaligen Zeit hatte Napoleon seinen Soldaten ein Versprechen gegeben: „Ihr werdet durch Triumphbögen heimkehren!“ 1811 starb allerdings der verantwortliche Architekt Jean-François Charlgrin und Napoleon dankte 1814 ab. Daher wurde der Bau am heutigen Wahrzeichen der Stadt temporär gestoppt. Als der Triumphbogen 1836 fertiggestellt wurde, waren Napoleon und der Großteil seiner Soldaten bereits tot, doch zeitlich verspätet hielt er sein Versprechen. In der heutigen Zeit finden am „Altar des Vaterlandes“, wie der Triumphbogen oft bezeichnet wird, die feierlichsten staatlichen Zeremonien des Landes statt.

Die Reliefs am Bogen
Der Triumphbogen in Paris ist auch bekannt aufgrund der vielen bedeutenden Reliefs, welche an ihm verewigt sind. Diese wurden 1833 bei den Bildhauern Jean-Pierre Cortot, François Rude und Antoine Ètex in Auftrag gegeben. Die Ostfassade des Bauwerks zeigt das berühmteste Relief des Bogens, die „Marseillaise“ (Auszug der Freiwilligen von 1792), das von François Rude gearbeitet wurde. Dieses Relief wird auch als „Le chant du départ“, auf Deutsch „Das Abschiedslied“, betitelt. Dabei handelt es sich um eine Gruppe abziehender Soldaten in revolutionärer Gesinnung. Auf der anderen Seite befindet sich das Relief „Triumph Napoleons nach dem Frieden von 1810“, welches von Jean-Pierre Cortot gefertigt wurde und den Frieden von Wien verherrlicht. Die Westseite vom Bogen zieren zwei Reliefs von Antoine Ètex.