Trockenhefe: Vielfältige Anwendungsgebiete

Trockenhefe kann nicht nur als Backmittel benutzt, sondern auch als Arzneimittel und bei der Bierherstellung verwendet werden.


Trockenhefe kann, im Gegensatz zur frischen Hefe, länger gelagert werden, da ihr direkt nach der Herstellung sehr viel Wasser entzogen wird. So werden die Hefezellen inaktiv. Gerade bei seltenem Gebrauch kann sich der Einsatz dann lohnen. Die Anwendung ist vielfältig.

Trockenhefe zum Backen
Wer Brot, Pizza oder andere Gerichte zubereiten möchte, die Hefe erfordern, greift gern auch auf trockene Hefe zurück. Die Haltbarkeit ist wesentlich höher als bei frischer Hefe und auch die Lagerung kann bei Zimmertemperatur erfolgen. Jedoch sollte beachtet werden, dass man trockene Hefe nicht im Verhältnis von eins zu eins austauschen kann. Ein Sieben-Gramm-Päckchen haltbarer Hefe entspricht ungefähr der Gärkraft von 21 Gramm Frischhefe. Bei der Verwendung als Triebmittel sollte unbedingt auf die Haltbarkeit geachtet werden, da sich die inaktiven Zellen der trockenen Hefe mit der Zeit nicht mehr reaktivieren lassen.

Trockenhefe zum Bierbrauen
Durch die Verbesserung der Trockenhefeherstellung kann diese seit einigen Jahren auch zum Bierbrauen verwendet werden. Gab es früher einige Probleme bei der Gärung oder auch der Geschmacksqualität, konnten diese Mängel inzwischen bereinigt werden. Erfahrene Brauer berichten jedoch von einer starken Geschmackseinbuße, wenn Billighefe verwendet wird. Daher sollte qualitativ hochwertige trockene Hefe verwendet werden, damit sich der eigene Brauaufwand auszahlt. Für einen gelungenen Brauvorgang sollte die Hefe jedoch vor dem Anstellen bereits in einer Nährlösung reaktiviert werden. So kann man sicher sein, dass die gewünschte Gärung einsetzt. Diese Nährlösung kann aus Malzbier oder aufgekochter Malzextrakt-Lösung bestehen.

Trockenhefe als Arzneimittel
Auch in der Medizin findet die trockene Hefe mittlerweile Verwendung. Hierbei sind Hefezellen wirksam, die den Stamm Saccharomyces boulardii enthalten. Giftstoffe von bestimmten Bakterien werden unschädlich gemacht, krankheitserregende Keime werden gebunden und so eine Vermehrung verhindert und das zum Darm gehörende Immunsystem angeregt. Hierzu gehört auch der verminderte Verlust von Wasser und Mineralien. Durch diese Eigenschaften können Krankheiten wie Bauchschmerzen, Störungen der Darmflora, Durchfall und Reizdarm behandelt werden. Zusätzlich dient sie dem Schutz des Magens. In Verbindung mit anderen Medikamenten wurde auch eine Besserung bei Akne festgestellt. Bekannte Nebenwirkungen sind Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Körpergeruch, Kreislaufstörungen und Veränderungen des Stuhls. Für Kinder ab zwei Jahren ist die Einnahme von Arzneimitteln mit Trockenhefe unbedenklich, ebenso wie in der Schwangerschaft und Stillzeit.