Trockentoilette - wassersparende Alternative

Der Einsatz und Umfang der Verwendung von Trockentoiletten sollten sorgfältig bedacht werden


Ca. 40 Liter reines Trinkwasser verbraucht der Durchschnittseuropäer pro Tag für die Toilettenspülung. Berücksichtigt man, dass Trinkwasser gewonnen und aufbereitet werden muss, liegt der Gedanke nahe, dass die Verwendung rein für die Spülung Verschwendung bedeutet. Zusätzlich ist die Versorgung mit Wasserleitungen nicht allerorts gewährleistet, ob auf einer Skihütte in den Bergen oder in Kleingartenvereinen. Vom Plumpsklosett zum Kompostsystem, heute sind vielfältige Systeme verbreitet.

Die Unterscheidung der wasserlosen Toilettensysteme
Eine Trockentoilette kann auf unterschiedlichen Systemen basieren. Klassische Variante war im frühen Mittelalter der Abtritt als Grube auf offenem Feld, als Erker an Gebäuden oder separates Häuschen. Erst im späten 19. Jahrhundert wurde Wasser zur Spülung eingeführt, erste sanitäre Anlagen entstanden. Die provisorische Lösung ohne Wasserversorgung war daher weiterhin das Plumpsklosett, später die chemische Trockentoilette mit eingefüllter Lösung, die Geruchsbildung vermeiden und Zersetzung beschleunigen sollte. Allerdings werden viele der Campingtoiletten mit kleinen Frischwassertanks für minimale Spülung versehen. Heute sind bereits komplexe Systeme erhältlich, die als Komposttoiletten oder Trockentoilette bezeichnet werden. Bei dieser Technik wird Urin von Kot getrennt, um einerseits flüssige Fäkalien schnell versickern zu lassen und feste Fäkalien schneller zum Kompostieren zu bringen. Urin nämlich hindert den Kot am schnellen und geruchlosen Kompostieren wie auch Kot den Urin am Versickern oder Ableiten. Eine Zugabe von Rindenmulch oder anderen biologischen Einstreumitteln beschleunigt das Kompostieren zu reiner Erde bedeutend.

Vorteile und Nachteile der wasserlosen Trockentoilette
Trinkwasser als seltenes und nicht überall erhältliches Gut kann nicht genug geschätzt und muss mit Umsicht verwendet werden. Besonders in wasserarmen Gegenden oder Entwicklungsländern kann mit der Errichtung von wasserlosen Toiletten ein hygienischer Standard geschaffen werden, der die einfache Ausbreitung von Infektionskrankheiten verhindert. Installationen in öffentlichen Gebäuden oder Freizeitgebieten sind auch hervorragende Beispiele, wie man große Trinkwasserverbrauchsmengen einfach reduziert. In Industrienationen wird das Einsparen von Trinkwassern inzwischen vorsichtig betrachtet. Die Abwassersysteme und Wiederaufbereitungsanlagen sind auf ein gewisses Volumen eingerichtet. Sollte dieses Volumen nicht auftreten, kann ein Trockenfallen mit Verschmutzungsproblemen und starken Ablagerungen verursacht werden. Dies wiederum erfordert den Einsatz von weiterem, eigentlich eingespartem Trinkwasser zum Durchspülen. Sinnvoll eingesetzt unter Berücksichtigung der ökologischen Aspekte sind Trockentoiletten ein sinnvoller Beitrag zur Erhaltung der Wasserreserven unserer Zeit.