Trockenzeiten von Estrich - so schnell gehts

Vor dem Verlegen von Fliesen in Wohnräumen muss stets darauf geachtet werden, dass die vorgeschriebenen Trockenzeiten von Estrich eingehalten werden.


Ist der Untergrund eines Wohnraums bereits sorgfältig auf den Fliesenbelag vorbereitet worden, muss man beachten, dass vor dem Weiterarbeiten die vorgeschriebenen Trockenzeiten von Estrich nicht unterschritten werden dürfen und der Belag nicht zu früh betreten werden kann. Es passiert immer wieder, dass der vorfreudige Heimwerker denkt, der Estrich sei bereits fertig getrocknet und begehbar, nur weil er oberflächlich bereits ausgehärtet ist. Der Belag kann vom Fachmann zwar mit einem Messgerät auf Restfeuchte überprüft werden, doch es gibt einige Richtwerte an die man sich auch als Laie halten kann.

Trockenzeiten von Estrich: Anhydrit- und Zementbelag
Eine relativ kurze Trockenzeit hat der Estrich aus Anhydrit, wobei es sich um einen Belag aus Calciumsulfat handelt. Dieser Estrich wird allerdings nur für Trockenräume empfohlen, da das Material Wasser anzieht. Er ist also für Badezimmer, WC und Küche nicht geeignet, da sich dieser Estrich bei hoher Luftfeuchtigkeit zu verfärben beginnt, aufquillt und oft sogar schimmelt. Am häufigsten wird Zement als Estrich verwendet, da dieses Material fast kein Wasser anzieht und somit auch für Nassräume oder sogar als Untergrund für einen gefliesten Swimmingpool geeignet ist. Aber auch für Trockenräume, sogar wenn dort eine Fußbodenheizung verlegt werden soll, eignet sich der Belag aus Zement hervorragend. Allerdings erfordert dieses Material sehr viel Fingerspitzengefühl: Beim Einbau und anschließend weitere drei Tage lang, darf die Mindesttemperatur von fünf Grad nicht unterschritten werden. Der Estrich muss drei Tage lang vor Trockenheit geschützt werden und sieben weitere vor starker Luftzufuhr, Nässe und Hitze. Erst danach ist der Estrich vollständig ausgehärtet, begehbar und kann abgeschliffen werden, falls Unebenheiten aufgetreten sind.

Trockenzeiten von Estrich: Trockenbelag
Eine weitere Variante stellt der Trockenestrich dar, der, wie der Name schon sagt, keine Trocknungszeit benötigt. Es werden, anstatt eines flüssigen Gemischs, Holzspanplatten verlegt und mit einem dünnen Überzug aus Gips oder Beton versehen. Darüber streicht man eine schnell trocknende Fließspachtelmasse, um eventuelle Ungleichmäßigkeiten der Platten auszugleichen. Die Nachteile des Trockenbelags sind höhere Kosten, geringere mechanische Belastbarkeit, vor allem bei Punktbelastung und dynamischen Lasten wie Rollstühlen, geringere Luft- und Trittschalldämmung, Feuchtigkeitsempfindlichkeit und geringere Wärmeleitfähigkeit.