Tropfsteinhöhlen - Entstehung und Vorkommen

Erfahren Sie alles Wissenswerte und Interessante über geheimnisvoll wirkende Tropfsteinhöhlen und die darin vorkommenden Tropfsteinformen.


Überall auf dem gesamten Erdball verstreut, befinden sich kleinere und größere Tropfsteinhöhlen, von der Natur in einem langen Prozess geschaffene Phänomene.

Die Entstehung von einzigartigen Tropfsteinhöhlen
Als Tropfsteinhöhlen bezeichnet man natürlich entstandene Hohlräume in Karst- und Kalkgesteinsregionen, in denen sich außerdem noch Tropfsteine befinden. Karst bedeutet in diesem Fall, dass dieses ein durchlässiges und wasserlösliches Gestein ist, wie zum Beispiel auch Salze oder Gips.
Wenn nun Wassertropfen mit gelöstem Kalk auf Festgestein treffen, kann Kohlenstoffdioxid aus dem Wasser austreten und dabei kann zudem auch noch Kalkstein aus dem Boden gelöst werden. Trifft solch angereichertes Wasser allerdings auf einen unterirdisch gelegenen Hohlraum und fließt außerdem noch sehr langsam, so wird sich im oberen Bereich des Hohlraumes ein Tropfen bilden. Bleibt dieser dort lang genug, so gibt er Kohlendioxid an seine Umgebungsluft ab und damit entsteht wiederum kohlensaurer Kalk. Diese Ablagerung, auch unter dem Begriff Sinter-Kalk bekannt, wird mit der Zeit und je nach dem, wie hoch die Fließgeschwindigkeit des Sickerwassers ist, allmählich heranwachsen. Wird der laufende Prozess nicht unterbrochen, können dadurch jahrhundertalte und wunderschön anzuschauende "Stalaktiten" entstehen. Fließt das Wasser aber schneller, so bleiben die Tropfen nicht nur an der Decke hängen, sondern sie fallen auch nach unten. Da sie weiterhin Kalk mit sich transportieren, wird beim Aufprall ebenfalls Kohlendioxid freigesetzt und es bildet sich ein vom Boden der Tropfsteinhöhle nach oben wachsender "Stalagmit."
Um die Bezeichnung von Stalagmiten und Stalagmiten nicht zu verwechseln, existieren eine Menge von sogenannten Eselsbrücken. Eine der Redewendungen, welche ganz einfach zu merken ist, lautet: „Die Stalaktiten kommen von der «T»ecke, und die Stalagmiten wachsen mit dir mit“.
Wenn jahrhundertalte Stalagmiten und Stalaktiten zu einer ganzen Tropfsteinsäule zusammenwachsen, werden diese in Fachkreisen als Stalagnaten bezeichnet und verlagert sich die Tropfstelle während des Wachstums, können sogar Tropfsteingirlanden entstehen.
Was jede Tropfsteinhöhle außerdem noch einzigartig und zu einem "Muss" macht, ist die Tatsache, dass die vorhandenen Tropfsteine durch verschiedenste im Wasser gelösten Mineralien in allen Farben schillern können und der Höhle damit ein märchenhaftes Aussehen geben.

Vorkommen von Tropfsteinhöhlen
Man kann Tropfsteinhöhlen weltweit in fast jeder Region finden. Ob in Turkmenistan, wo sich die Cupp – Coutunn - Höhlen befinden, über Carlsbad Caverns in New Mexico bis hin zu Wales in England, wo sich die berühmte „Hall of the Mountain King“ befindet.
Natürlich finden sich auch in Deutschland diese außergewöhnlichen Höhlen, wie zum Beispiel im Harz die Barbarossa-Höhle oder im Thüringer Wald die Drachenhöhle Syrau, welche sogar mit einigen unterirdischen Seen aufwarten kann. Egal für welches der vorgestellten Ausflugsziele man sich letztendlich entscheidet, es sollte beachtet werden, dass ganzjährig in allen Tropfsteinhöhlen nur Temperaturen um etwa acht Grad Celsius herrschen.