In der türkischen Tradition ist der schwarze Tee ein unauslöschlicher, fester Bestandteil. Auch in Deutschland sieht man die türkischen Männer in ihren Teestuben sitzen, Tee aus traditionellen türkischen Teegläsern schlürfen, reden oder Mühle spielen. Tee gehört einfach zum Alltag der Menschen dazu und wird deswegen auch zu jeder Tageszeit getrunken. Dabei wird der Tee sehr selten einmal alleine genossen, sondern findet immer Beliebtheit in Gesellschaft anderer. Der Tee wird in der türkischen Kultur auf eine sehr spezielle Art und Weise zubereitet.
Türkische Tee-Zubereitung
In der Türkei wird der Tee in einer speziellen Teekanne, einem Semaver, zubereitet. Diese Kanne besteht aus zwei unterschiedlich großen Teekannen, die problemlos aufeinandergestellt werden können. Die obere der beiden Kannen – Demlik genannt – ist größer als die untere, die den Namen Çaydanl?k trägt.
Im Çaydanl?k wird der Teeextrakt hergestellt. Die losen Teeblätter werden dafür in die Teekanne geschüttet und mit klarem, kalten Wasser aufgeschwemmt und durch ein Sieb gegossen. Der Sud kommt anschließend wieder in die obere Kanne zurück. Der Tee ist dann gut vorbereitet und wartet feucht und klebrig in der oberen Tasse auf den Aufguss, der in der unteren Kanne vorbereitet wird. In die Demlik wird Wasser gefüllt, welches anschließend auf einer Kochstelle bis es kocht erhitzt wird. Heute werden Semaver meist elektrisch betrieben. Früher jedoch wurden sie über einen mit Kohlen gefüllten Innenschacht beheizt. Nachdem das Wasser kocht, wird etwas davon aus der unteren in die obere Kanne gegossen. Dort zieht der Sud nochmals etwa 15 Minuten.
Teegenuss aus türkischen Teegläsern
Der konzentrierte Tee wird aus der oberen Kanne durch ein Sieb hindurch in ein Teeglas gegossen und anschließend mit dem heißen Wasser aus der unteren Kanne verdünnt. Türkische Teegläser sind besonders geformt, sodass sie das Aroma des schwarzen Tees lange halten können. Wer mag, kann den Tee noch mit etwas Zucker süßen und verfeinern. Allerdings sollten Sie niemals Milch in ihren schwarzen Tee geben, denn das ist in türkischen Teehäusern verpönt.
Traditionell wird zum türkischen Tee Kurabive, ein türkisches Gebäck, Kek, eine Art frischer trockener Kuchen, oder gefüllter Blätterteig serviert. Die dünnen Blätterteigröllchen (Börek) sind oftmals mit Schafskäse, Hackfleisch oder Spinat gefüllt.