Typ-2-Diabetes

Beim Typ-2-Diabetes ist das Insulin zwar vorhanden, kann allerdings nicht seine volle Wirkung entfalten.


Beim Typ-2-Diabetes wird zwar noch Insulin produziert, aber das Hormon hat nicht seine volle Wirkungsweise und kann den Blutzucker somit nicht ausreichend durch Einschleusen von Glukose in die Körperzellen senken. Insulin wird zwar gebildet, aber die Fett-, Leber- und Muskelzellen reagieren nicht empfindlich genug auf das Hormon. Die Wirkung ist folglich stark herabgesetzt.

 

Insulinresistenz

Beim Typ-2-Diabetes verlieren also die Körperzellen ihre Empfindlichkeit gegenüber Insulin, dieser Prozess wird medizinisch Insulinresistenz genannt. Zunächst produziert die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin, um gegen diesen Effekt zu steuern. Mit der Zeit wird die Hormonproduktion jedoch wieder gedrosselt, da die Bauchspeicheldrüse erschöpft ist.

Ungesunde Ernährung als Auslöser

Meist ist eine Veranlagung für eine Insulinresistenz vererbt worden. Man kann diese Erkrankung aber auch erwerben, wenn man sich jahrelang zu fett, zu süß und ungesund ernährt und sich nur wenig bis gar nicht körperlich betätigt. Hier ist das körpereigene und hormonelle Gleichgewicht gestört. Die Zellen werden nach und nach unempfindlicher gegenüber Insulin. Insbesondere nach der Nahrungsaufnahme ist der Blutzuckerspiegel der betroffenen Menschen zu hoch. Ein ganz ausschlaggebender Faktor ist hier Übergewicht. Das vorhandene Insulin wirkt um ein Vielfaches weniger, wenn der Typ-2-Diabetiker besonders dick ist. Etwa 90 Prozent der Diabetiker sind stark übergewichtig. Typ-2-Diabetes wird in der Regel sehr spät festgestellt. In den ersten Jahren fällt diese Krankheit häufig nicht auf, da die Diabetiker keine Beschwerden haben. Dieser Diabetes-Typ entwickelt sich über einen langen Zeitraum. Der Blutzuckerspiegel kann schon lange zu hoch liegen, ohne bemerkt zu werden, dies stellt ein gesteigertes Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen dar. Generell tritt der Typ-2-Diabetes vermehrt ab dem 40. Lebensjahr auf und wird auch umgangssprachlich „Alterszucker“ genannt. Die Krankheitshäufigkeit steigt nämlich bei Menschen zwischen 65 und 69 Jahren enorm an. Alarmierend ist aber, dass mittlerweile auch bei Kindern und jüngeren Menschen vermehrt Typ-2-Diabetes festgestellt wird.

Die Neuerkrankungen an Typ-2-Diabetes steigen in Deutschland dramatisch an, man geht davon aus, dass die Dunkelziffer, also die noch nicht diagnostizierten Erkrankungen, sehr hoch liegt. Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie Diabetes haben. Rund vier Millionen Menschen leiden an Typ-2-Diabetes, davon spritzen etwa 700.000 Insulin.

 

Typ-2a und Typ-2b-Diabetes
Es gibt eine weitere Einteilung der Typ-2-Diabetesform. So kann man einen Typ-2a-Diabetes feststellen, der bei eher schlanken Personen auftritt, hier wird Insulin nur in geringem Maße produziert. Typ-2a-Diabetes ist jedoch recht selten vertreten. Überwiegend leiden Diabetiker am Typ-2b-Diabetes. Diese sind meist stark übergewichtig, ihr Körper bildet zwar noch viel Insulin, aber das Hormon wird nicht ausreichend ins Blut abgegeben. Insulin wird darüber hinaus auch nicht mehr richtig oder nur verlangsamt verwertet, da die Körperzellen zunehmend resistent werden.

 

Operationen beim Typ-2-Diabetes
Bei stark übergewichtigen Typ-2-Diabetikern kann durch eine chirurgische Behandlung des Übergewichtes auch eine Verbesserung der Diabeteseinstellung erreicht werden. Der Blutzuckerspiegel kann nach dem Eingriff schon nach kurzer Zeit deutlich gesenkt werden. Eine Operation kommt aber hier auch nur in Frage, wenn keine Erfolge mit Nahrungsumstellung und Bewegung erzielt wurden (mindestens ein Jahr), um das Übergewicht zu bekämpfen. Bedenken sollte man hierbei aber, dass jede Operation mit Risiken verbunden ist.