U2 - die erste Basisuntersuchung

Erst mit der zweiten Vorsorgeuntersuchung (U2) wird das Kind ausführlich untersucht, daher wird sie auch die Basisuntersuchung genannt.


Diese zweite Vorsorgeuntersuchung (U2) im Leben eines Neugeborenen wird zwischen dem dritten und dreizehnten Tag nach der Geburt durchgeführt. Dies kann sowohl noch in der Klinik geschehen, als auch später bei dem Hausarzt, wenn die Mutter schon die Klinik verlassen hat. In den meisten Fällen kommt es allerdings noch innerhalb der ersten 72 Stunden nach der Entbindung in der Klinik dazu.

Eingehender körperlicher Check-up
Bei der U2 werden erneut die Körperfunktionen überprüft, was schon erstmals in der ersten Untersuchung (U1) geschehen ist. Das heißt, die Körpermaße bestehend aus Gewicht, Körperlänge und Kopfumgang werden erneut ermittelt. Außerdem werden alle Organe abgetastet, die Wirbelsäule und Hüfte wird kontrolliert, sowie alle Sinnesorgane und das Nervensystem genau getestet. Zudem werden diesmal auch der Darmausgang und die Geschlechtsorgane untersucht.
Zu der Untersuchung gehört auch eine Zusammenfassung der Vorgeschichte des Neugeborenen. Dazu gehören Schwangerschaftsverlauf, eventuell eingetretene Risiken, Geburtsverlauf und aktuelle Schwierigkeiten des Babys beispielsweise beim trinken. All diese Informationen werden im Untersuchungsheft vermerkt.
Die Mutter wird außerdem über die Gefahren von Rachitis und Karies aufgeklärt. Rachitis ist eine Vitaminmangel-Erkrankung, bei der nicht ausreichend Vitamin D zur Verfügung steht um die Knochen stabil aufzubauen. Das Kind entwickelt dadurch mit der Zeit ein verformtes Skelett, da die Knochen sich unter der Belastung des Körpergewichtes verbiegen. Oft werden Vitamin D -Präparate zur Rachitis-Prophylaxe und Fluorpräparate zur Kariesvorbeugung verschrieben.

Neugeborenen-Screening
Ein sehr wichtiger Bestandteil der zweiten Vorsorgeuntersuchung ist das Neugeborenen-Screening. Dabei wird anhand mehrerer Blutuntersuchungen festgestellt, ob das Babys an einer Stoffwechselerkrankung leidet. Dazu werden dem Kind einige Tropfen Blut aus der Ferse entnommen. Damit kann man Krankheiten, wie Mukoviszidose bei der zähflüssiger Schleim in den Bronchien zu Atemnot führt oder eine Unterfunktion der Schilddrüse sowie Aminosäuren- und Zuckerstoffwechselstörungen erkennen. Eigentlich wurde diese Blutuntersuchung, PKU-Test genannt, entwickelt um das Blut auf die Krankheit Phenylketonurie zu testen. Bei dieser Stoffwechselkrankheit befindet sich zuviel Phenylalanin im Blut und kann so eine geistige Behinderung auslösen.

Hörtest
Seit einigen Jahren wird bei der U2 auch ein Hörtest angeboten, da angeborene Hörstörungen gar nicht so selten sind. Man geht davon aus, dass zwei von tausend Neugeborenen mit beidseitigen dauerhaften Hörstörungen auf die Welt kommen. Wenn dies lange nicht erkannt bleibt, kann es auf lange Sicht die soziale und emotionale Entwicklung des Kindes gravierend beeinträchtigen. Wird diese aber früh entdeckt, kann das Kind durch die richtige Behandlung eine fast normale Sprachentwicklung haben.