U3 - die erweiterte Basisuntersuchung

Die dritte Vorsorgeuntersuchung U3 ist eine nochmals erweiterte Basisuntersuchung, die in der Regel vier bis sechs Wochen nach der Geburt stattfindet.


Bei der dritten Vorsorgeuntersuchung U3 ist das Baby meist etwa eineinhalb Monate alt. Der untersuchende Arzt wiederholt alle Tests aus den Untersuchungen U1 und U2, um an den Ergebnissen die Fortschritte des Babys einschätzen zu können. Meist beginnt der Arzt damit, die Auge zu testen, indem er das Baby in etwa 20 Zentimeter Abstand vor sich hält. In dem Alter sollten Kinder in diesem „Fütterungsabstand“ schon Gesichter fixieren können, wobei aber noch alles in Schwarz-Weiß gesehen wird. Die Kinder sind in diesem Alter noch eher schreckhaft und haben unkoordinierte Bewegungen.

Abtasten der Organe
Die inneren Organe Leber, Milz und Niere und das Knochengerüst, besonders die Wirbelsäule und das Schlüsselbein, werden bei jeder Vorsorgeuntersuchung abgetastet. Auch die Haut und der Nabel des Babys wird genauer angeschaut um zu sehen, wie weit die Abheilung schon fortgeschritten ist. In diesem Alter ist es normal, wenn die Haut etwas marmoriert erscheint. Dies hat etwas mit der Temperaturregulation des Körpers zu tun, die noch nicht komplett ausgereift ist. Eine neue Komponente der Untersuchung ist die direkte Kontaktaufnahme mit dem Baby. Der Arzt spricht es beispielsweise an und beobachtet dessen Reaktion, wie ein Lächeln oder andere Muskelbewegungen im Gesicht. Dies deutet auf das Hörvermögen des Kindes hin. Dieses wird außerdem mit Hilfe eines Schallwellen-Geräts untersucht. Eine weitere sehr wichtige Untersuchung ist die der Hüfte. Mithilfe des Ultraschalls wird die Babyhüfte auf eine eventuelle Hüft-Fehlstellung untersucht. Für diese Untersuchung wird das Baby häufig an einen Orthopäden überwiesen.

Muskelspannung
Die Entwicklung der Muskeln des Babys ermittelt der Arzt anhand eines Tests, bei dem das Baby nur am Bauch festgehalten wird. Jetzt hat das Kind noch nicht genug Kraft um Kopf und Gliedmaßen zu halten, also hängen sie herab. Das wird sich bis zur nächsten Untersuchung allerdings ändern. Etwas, das das Kind jetzt aber schon können sollte, ist in dieser Bauchlage den Kopf zu drehen.

Reflex-Test
Es werden bei der U3 selbstverständlich auch die Reflexe des Kindes getestet. Dazu gehört der Greifreflex, der soweit entwickelt sein sollte, dass das Baby bei dem Berühren seiner Handflächen mit einem Finger, zugreift. Gleiches gilt von der Reaktion her auch für die Füße. Ein anderer Reflex, der geprüft wird, ist der Saugreflex. Dazu wird die Wange oder ein Mundwinkel durch eine Berührung gereizt, sodass das Baby seinen Kopf zur betreffenden Seite dreht und die Lippen schürzt. Noch besitzt das Baby auch den sogenannten Moro-Reflex, den es aber im Laufe der Zeit verlieren wird. Dieser zeigt sich, wenn man das Baby aus dem Sitzen nach hinten kippen lässt. Es öffnet dann nämlich gleichzeitig beide Arme.