Nach fast einem Jahr hat ein Baby schon eine beachtliche Entwicklung hinter sich gebracht. Bei der Einjahresuntersuchung (U6) liegt die letzte Vorsorgeuntersuchung mittlerweile drei bis sechs Monate zurück und das Kind hat sich eine Menge Fähigkeiten angeeignet. Abgesehen von der üblichen Körperuntersuchung, zu der die Kontrolle des Gewichts und der Größe gehört, gewinnen bei der U6 die motorischen Fähigkeiten, also die Fortschritte in der Beweglichkeit, und der Sprachentwicklung immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig kommt der wichtige Aspekt des Sozial- und Spielverhaltens hinzu.
Was sollte das Baby können?
Bis zu diesem Zeitpunkt sollte das Kind in der Regel soweit sein, dass es sich selbst im Sitzen aufrecht halten, also „frei“ sitzen kann. Krabbeln gehört für das Alter auch schon dazu, sowie dass sich das Baby versucht an Gegenständen hochzuziehen. Diese Stehversuche können bei einigen Babys schon in Gehversuche übergehen, selbstverständlich halten sie sich dabei noch an Gegenständen fest. Es ist also schon insgesamt wesentlich mobiler und aktiver bei der Entdeckung seiner Umwelt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Entwicklung sind Fähigkeiten in der Sprachentwicklung. So sollten Lautäußerungen mittlerweile aus den typischen Silbenverdopplungen bestehen, wie zum Beispiel “Dada”. Außerdem beginnen Kinder in dem Alter damit, Laute und Worte, die sie von anderen hören zu imitieren. Im Spielverhalten kann der Arzt die weitere motorische Entwicklung sehen. So entwickeln Kinder gegen des ersten Lebensjahres die Fähigkeit des Pinzettengriffes. Das heißt, das Kind kann mithilfe des Zeigefingers und Daumens nach Gegenständen greifen und dieses bewegen, beispielsweise durch schütteln, klopfen und tasten.
Im Spiel sollte das Kind ein lebhaftes Interesse am anfassen von Gegenständen zeigen, zum Beispiel in Vertiefungen hineinbohren, Dinge schütteln oder mit ihnen werfen. Vertrauten Personen können einjährige Kinder schon deutlich ihre Zuneigung zeigen. Unbekannten gegenüber ist fremdeln eine typische Reaktion.
Körperliche Untersuchung
Der Arzt prüft auch bei dieser Vorsorgeuntersuchung wieder, ob alle Organe und Reflexe noch vorhanden sind und sich entsprechend weiterentwickelt haben, beispielsweise wird die äußerliche Entwicklung der Geschlechtsorgane begutachtet. Es wird erneut die Herzfunktion und die Atmung überprüft, sowie Hals, Ohren und Nase untersucht. Das Gehör wird dahingehend überprüft, ob es soweit ausgebildet ist, dass das Baby sich der Geräuschquelle zuwenden kann. Kinder, die bisher nicht von einem Augenarzt untersucht worden sind, da kein erhöhtes Risiko besteht, sollte nun ebenfalls einer gründlichen Überprüfung beim Augenarzt unterzogen werden.
Manche Kinder zahnen auch bereits schon, wobei der Zeitpunkt für die ersten Zähne sehr unterschiedlich ist. Sollte dies der Fall sein, berät der Arzt über die richtige Mund- und Zahnhygiene beim Kind und klärt die Eltern über Prophylaxe-Möglichkeiten für Karies und die Knochenkrankheit Rachitis auf. Gegebenenfalls bekommt das Kind noch Auffrischungsimpfungen.