U8 - Der Kindergartencheck

Die neunte Vorsorgeuntersuchung (U8) wird zum vierten Lebensjahr durchgeführt. Da sie in die Kindergartenzeit fällt, wird sie auch oft die ,,Kindergartenuntersuchung\" genannt.


Die früher achte Vorsorgeuntersuchung wurde mittlerweile durch die vorangehende U7a ergänzt und ist somit die neunte Vorsorgeuntersuchung, auf die jedes Kind ein Recht ein. Aus dem Baby ist mittlerweile ein Kleinkind im Alter von ungefähr vier Jahren geworden. Anfang des vierten Lebensjahres, beziehungsweise zwischen der 46. und 48. Woche wird die U8 vom behandelnden Kinder- oder Hausarzt durchgeführt.

Ein Rundum-Check für das Kleinkind
Die neunte Vorsorgeuntersuchung beschäftigt sich auch noch sehr ausführlich mit den Organfunktionen und den Hör- und Sehorganen. Anhand der Untersuchung des Urins des Kindes sucht der Arzt nach Auffälligkeiten, die auf Erkrankungen hindeuten würden. Außerdem wird die Gesundheit des Herzens und des Kreislaufes durch die Messung des Blutdruckes untersucht. Das Hör- und Sehvermögen wird erneut überprüft, wie schon in der U7 Vorsorgeuntersuchung.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet bei der U8 die geistige Entwicklung des Kindes und dessen soziales Verhalten. Auffälligkeiten und besondere Vorkommnisse aus dem Kindergarten können hier gut mit dem Arzt abgeklärt werden. Diese können, müssen aber nicht, ein Hinweis auf eine geistige Fehlentwicklung oder emotionale Störung sein.

Was das Kind können sollte
Hinsichtlich des Sozialverhaltens gibt es einige Punkte, die das Kind mit vier Jahren beherrschen sollte. Dazu gehört unter anderem das Wissen um seine eigene Geschlechtszugehörigkeit, was ein entsprechendes Verhalten und Kleidungsstil einschließt. Es sollte klar sein, was ein Junge und ein Mädchen ist. Wichtig ist auch, dass es den Kontakt zu Gleichaltrigen sucht und mit ihnen Freundschaften schließt. Ein weiterer Hinweis auf eine gesunde geistige Entwicklung ist die Teilnahme an einfachen Kindergartenspielen und das Begreifen und Einhalten der Regeln und der Reihenfolge. In dem Alter beginnen Kinder auch soziales Verhalten anhand von detaillierten Rollenspielen zu üben.
Die motorischen Fähigkeiten des Kindes sollten soweit sicher entwickelt sein, dass es beispielsweise in der Lage ist Bilder relativ detailliert zu gestalten und in Bildern Geschichten darzustellen. Gleiches gilt für mündliches Nacherzählen von Geschichten. So erkennt man, dass es einen Sinn für logische Zusammenhänge und Reihenfolgen hat.
Bei dieser Untersuchung ist auch die aktive Teilnahme des Kindes gefragt. So muss es einiges „vorführen“ damit der Arzt feststellen kann, ob die Körperbeherrschung altersgemäß ist und das Kind eine gesunde Beweglichkeit besitzt. So wird der Gleichgewichtssinn und die Körperbeherrschung kontrolliert, indem das Kind beispielsweise mindestens drei Sekunden auf einem Bein stehen soll. Eine altersgemäße Entwicklung beinhaltet auch Dinge, wie Dreirad fahren oder ein freihändiges Treppensteigen mit Beinwechsel.