U9 - die letzte Untersuchung vor der Einschulung

Mit der zehnten Vorsorgeuntersuchung (U9) wird ein Kind ein letztes Mal gründlich von Kopf bis Fuß untersucht, bevor es eingeschult wird.


Bei der U9 handelt es sich um die letzte Vorsorgeuntersuchung vor der Einschulung des Kindes. Sie wird ab etwa dem fünften Lebensjahr durchgeführt und untersucht, wie die Voruntersuchung U8, die Grob- und Feinmotorik des Kindes, die Entwicklung der geistigen und sozialen Fähigkeiten, sowie die Sprachentwicklung. Dadurch, dass es noch etwa ein Jahr vor der Einschulung geschieht, bleibt genügend Zeit um Fehlentwicklungen, wenn solche auftreten sollten, noch vor Schulbeginn zu beheben oder zu verbessern. Bei dieser Untersuchung ist es sehr wichtig, dass die Eltern mit dem Arzt darüber sprechen, wenn es Dinge in der Entwicklung ihres Kindes gibt, die sie beunruhigen. Auch Kleinigkeiten, wie Konzentrationsprobleme oder Ungeschicklichkeit, sind Beobachtungen, die dem Arzt mitgeteilt werden sollten und ihm helfen das Kind richtig einzuschätzen.

Inhalt der Vorsorgeuntersuchung
Es wird bei der U9 eine wie üblich ausführliche, körperliche Untersuchung durchgeführt, zu der das Wiegen des Kindes und das Messen der Körpergröße gehört. Mit einer Urinprobe können wiederum organische und Stoffwechselkrankheiten ausgeschlossen werden. Auch hier gehört wieder, wie bei der U8 schon, Blutdruckmessen zu der Untersuchung, um die Gesundheit des Herzens und des Kreislaufes zu prüfen. Ein Seh- und Hörtest dient nochmals dazu Hör- und Sehschäden oder Verschlechterungen vor der Einschulung festzustellen. Abgerundet wird die Untersuchung durch das eingehende Überprüfen des Skelettes und der Körperhaltung. Je später Haltungsschäden entdeckt werden, desto schwieriger sind diese abzutrainieren, beziehungsweise ziehen andere Beschwerden nach sich.
Gerade die sprachliche Entwicklung des Kindes ist wichtig für den Schulalltag. Diese wird oft überprüft, indem sich der Arzt eine Bildergeschichte erzählen lässt und sich einfach mit dem Kind unterhält. Schließlich müssen noch die Impfungen gegen Diphterie, Tetatanus und Keuchhusten aufgefrischt werden und Lücken in den Impfungen sollten bei der Gelegenheit geschlossen werden.

Was das Kind ungefähr können sollte
Es gibt natürlich keine festen Vorschriften, was ein Kind in einem bestimmten Alter können sollte. Doch einige Dinge kann man als Hinweise sehen, was im Vorschulalter üblicherweise schon beherrscht wird. Dazu gehört zum Beispiel ein ungestörter Sprachfluss, bei dem logisch und in zeitlicher Reihenfolge erzählt wird. Das Kind sollte aus der Erinnerung und von der Familie erzählen können, sowie seine Situation innerhalb der Familie und in der Kindergartengruppe kennen. Das richtige Anwenden von Wörtern und ein Definieren von bestimmten Begriffen sollte beherrscht werden, sowie das Zählen bis zehn. Hinsichtlich der Motorik können Fünfjährige schon etwa acht Sekunden auf einem Bein balancieren, und etwa fünf Mal auf jedem Bein hüpfen.