Über eine rote Ampel fahren: Welche Folgen kann das haben?

Über eine rote Ampel fahren kann teuer werden, doch es droht nicht automatisch ein Fahrverbot.


Wer mit dem Auto unterwegs ist, kennt die Situation gut: Der Verkehr fließt langsam aber stetig, doch dann springt die Ampel um. Es stellt sich die Frage: Fahren oder Halten. In Sekundenschnelle muss eine Entscheidung getroffen werden und diese ist leider nicht immer die richtige. Über eine rote Ampel fahren ist dann schnell das Ergebnis und es stellt sich die Frage nach den Konsequenzen.

Einfache und qualifizierte Rotlichtverstöße

  • Bei Rotlichtverstößen wird zwischen „einfachen“ und „qualifizierten“ Rotlichtverstößen unterschieden. Um welche Art Verstoß es sich handelt, hängt von der Zeit ab, welche die Ampel schon auf Rot stand, wenn das Fahrzeug die Ampel passiert. Ist die Zeit kürzer als eine Sekunde, handelt es sich um einen einfachen Rotlichtverstoß, zeigt die Ampel schon länger als eine Sekunde rot, um einen qualifizierten. 
  • Hiernach richtet sich auch die Höhe der Strafe. Bei einem einfachen Rotlichtvertoß zahlt man 90 Euro Strafe und bekommt drei Punkte in Flensburg. Über eine rote Ampel fahren im Rahmen eines qualifizierten Verstoßes, kostet 200 Euro und vier Punkte. Hinzu kommt in diesem Fall noch ein Monat Fahrverbot.

Sonderfälle bei Rotlichtverstößen

  • Teurer wird die Angelegenheit, wenn man bei seinem Rotlichtverstoß eine Gefährdung oder sogar eine Sachbeschädigung verursacht hat. Im Falle einer Gefährdung bei einem einfachen Verstoß, muss man 200 Euro zahlen, für einen Monat den Führerschein abgeben und erhält vier Punkte in Flensburg. Kommt es beim einfachen Verstoß zu einer Sachbeschädigung, gibt es ebenfalls einen Monat Fahrverbot und vier Punkte. Die Kosten belaufen sich sogar auf 240 Euro. Über eine rote Ampel fahren bei einem qualifizierten Rotlichtverstoß mit Gefährdung, kostet 320 Euro und wird zusätzlich mit vier Punkten und einem Monat Fahrverbot bestraft. Bei Sachbeschädigung kostet der qualifizierte Verstoß 360 Euro und wird ebenfalls mit einem Monat Fahrverbot und vier Punkten geahndet.
  • Das Bußgeld kann sich weiterhin erhöhen, wenn das Fahrzeug kein Auto oder „normaler“ LKW, sondern ein Gefahrguttransporter oder ein Bus mit Passagieren an Bord ist, da in diesem Fall die Gefahr für Umgebung oder die Fahrgäste um ein vielfaches erhöht ist. Über eine rote Ampel fahren bei Fahranfängern wird gesondert bestraft. Ihnen droht die Teilnahme an einem Aufbauseminar – nicht zu verwechseln mit einem Punkteabbauseminar – und die Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre.