Überstundenabgeltung bei Krankheit: Regelung in der Baubranche

Im Krankheitsfall kann jeder Arbeitgeber die Überstunden streichen, achten Sie daher ganz genau auf Ihren Arbeitsvertrag, bevor Sie einen Antrag stellen.


In der Baubranche ist es üblich, dass man Überstunden sowie Urlaube im Winter verrichtet. Dennoch kann es jeder Zeit vorkommen das sie krank werden, sie melden sich beim Arbeitgeber und kurieren sich aus. Danach gehen sie, wie gewohnt, wieder Arbeiten. Es kommt die Zeit in der sie nun ihre Überstunden nutzen wollen, um sich frei zu nehmen. Sie reichen die Anfrage dazu Ihrem Arbeitgeber ein, doch dann passiert es: Sie erhalten eine Überstundenabgeltung.

Das Streichen von Überstunden

Gerade in der Baubranche kommt es immer wieder zur Zeitknappheit und somit ist jeder Krankheitsfall und das „abbummeln“ von Überstunden schädlich. Somit steht es jedem Arbeitgeber frei, im Fall einer Krankheit eine Überstundenabgeltung vor zu nehmen. Das heißt, dass der Arbeitgeber die Überstunden in den ersten Krankheitstagen verrechnen darf und somit auch kein Anspruch auf Krankengeld hat. Erst wenn diese Stunden weg sind, ist er verpflichtet, sie zu vergüten, was im eigentlichen Fall die ersten vier Wochen von der Krankenkasse übernommen wird.
Auch kann es vorkommen, dass der Arbeitgeber Sie bittet – sollte die Erholungsphase nur kurz sein – auch die restlichen Überstunden zu nehmen. Hin und wieder kann es passieren, dass ein Arbeitgeber die restliche Krankheitszeit als minus vermerkt und sie die Stunden nachholen müssen. Notfalls auch durch das Streichen von Urlaub.

Wie man das verhindern kann

Um zu verhindern, dass Sie eine Überstundenabgeltung erhalten, sollten Sie besonders auf den Arbeitsvertrag achten. In diesem sind die Vorgehensweisen im Falle einer Krankheit und besonders der Überstundenabgeltung geschildert. Ist dies nicht der Fall sollten sie mit ihrem Arbeitgeber darüber sprechen und eine vernünftige Regelung finden. Sollte es aber bereits geregelt sein müssen sie sich daran halten. Eine gerichtliche Einigung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Gunsten des Arbeitgebers ausgehen, dies trifft auch dann zu, wenn es keine Regelung im Vertrag gibt.
Gesetzlich ist es so, dass ein Arbeitgeber ein Arbeitszeitguthaben nach einem Dienstplan abbauen kann, auch dann wenn der Arbeitnehmer wegen Arbeitsunfähigkeit dazu nicht im Stande ist.
Sie sollten sich also von vorn herein ganz genau informieren, ob es im Fall einer Krankheit zu einer Überstundenabgeltung kommt.