Übertragung der Aufsicht - das sollten Sie wissen

Die Übertragung der Aufsicht Jugendlicher kann nur an volljährige Personen, die nicht in einem partnerschaftlichen Verhältnis stehen, erfolgen.


Bei öffentlichen Veranstal- tungen müssen Jugendliche von einer volljährigen Person begleitet werden, die Übertragung der Aufsicht an den Veranstalter ist nicht zulässig. Die Begleitperson übernimmt die Funktion eines Erziehungsberechtig- ten und hat in dieser Zeit die volle Verantwortung für den oder die Minderjährige/n. Hierbei kann es sich sowohl um ein älteres Familienmitglied, als auch eine außenstehende Person handeln, wobei die außenstehende Person nicht ein volljähriger Freund oder eine Freundin sein darf.

Grundsätzliches zur Aufsichtspflichtübertragung bei Minderjährigen
Sinnvollerweise erfolgt die Übertragung der Aufsicht für eine Veranstaltung bei Minderjährigen schriftlich, wobei hierbei keine besonderen Formvorschriften zu beachten sind. Es müssen der Name, Vorname, Geburtsdatum und Anschrift des Minderjährigen sowie die Daten des Erziehungsberechtigten und der Aufsichtsperson gut lesbar vorhanden sein, ebenso wie die Unterschrift des Erziehungsberechtigten.

Die schriftliche Bescheinigung ist nur für die jeweilige Veranstaltung gültig, pauschal ausgestellt werden kann sie nicht. Die Begleitperson muss einen Ausweis mit sich führen und darf die Veranstaltung ohne den Schützling nicht verlassen, ebenfalls sollte sie auf Alkohol verzichten, um ihre Aufsichtspflicht gewährleisten zu können. Der Gesetzgeber erkennt die Übertragung der Aufsicht nur dann an, wenn es sich um ein Autoritätsverhältnis handelt. Deshalb gilt die Begleitung eines volljährigen Freundes oder einer volljährigen Freundin im Sinne des §1 Abs.1 Nr.4 JuSchG (Jugendschutzgesetz) nicht als Erziehungsauftrag, bei volljährigen Geschwistern jedoch schon.

Verletzung der Aufsichtspflicht bei Veranstaltungen mit Minderjährigen
Nach der Übertragung der Aufsicht haftet die Aufsichtsperson für ihren Schützling. Dazu zählt auch die Kontrolle, dass Jugendliche unter sechzehn Jahren keinerlei Alkohol zu sich nehmen und über sechzehn Jahren nur Bier, Wein oder ähnliche Getränke in solchen Mengen genießen, dass sie nicht betrunken werden. Der Genuss harter Getränke wie Branntwein, Schnaps oder auch der beliebten Alcopops sind erst ab Eintritt der Volljährigkeit vom Gesetzgeber gestattet. Das heißt, die Begleitperson verletzt ihre Aufsichtspflicht in dem Moment, wo sie dem Jugendlichen erlaubt, eines dieser Getränke zu sich zu nehmen.

Eine Verletzung der Aufsichtspflicht kann für die Begleitperson sowohl strafrechtliche als zivilrechtliche Folgen haben, nicht nur, wenn es zu schädigenden Handlungen durch den Schützling kommt, auch wenn der Jugendliche aufgrund der mangelnden Aufsicht selbst Schaden erleidet – dazu zählt auch eine Alkoholvergiftung.