Umweltmedizin: Sick Building Syndrom (SBS) und Building-Related-Illness (BRI)

Viele verschiedene Faktoren können das Sick Building Syndrom auslösen.


Das eigene Zuhause soll ein Rückzugsort, ein Ort der Ruhe und Erholung sein. Es soll Sicherheit vor den Naturgewalten und äußeren Einflüssen und Wärme bieten. Kaum vorstellbar, dass die eigenen vier Wände krank machen können.

Technischer Fortschritt: Fluch oder Segen?
Seit etwa Mitte der 70er Jahre beobachten Umweltmediziner immer häufiger, dass Menschen sich in Gebäuden nicht wohlfühlen. Sie berichten über brennende Augen, Niesanfälle, juckende Haut und manchmal sogar Schwiergkeiten beim Atmen. Interessant ist, dass solche gesundheitlichen Probleme vor dem Fortschritt in der Technik und Industrie deutlich weniger aufgetreten sind. Erst mit dem zunehmenden Ausbau der Innenraumabdichtung, dem Einbau von Klimaanlagen und der Verwendung hochkomplexer chemischer Verbindungen in Teppich, Tapete und Co. häufen sich solche Beschwerden. Mittlerweile machen etwa zehn Prozent der Deutschen Umweltgifte für ihre Beschwerden verantwortlich. Ein großes deutsches Nachrichtenmagazin bezeichnete alle diese Menschen jedoch als „Ökochonder“, alles eingebildete Kranke also?

Das Sick Building Syndrom
Bei dem sogenannten Sick Building Syndrom handelt es sich um ein Phänomen, das häufig in einer Gruppe von Menschen auftritt. Die Ursachen sind meist sehr komplex und können nicht auf einen einzelnen Grund zurückgeführt werden. Schadstoffe in den Innenräumen, schlechter Luftaustausch und Bakterien in der Klimaanlage – all diese Faktoren sorgen dafür, dass die Gesundheit leidet. Wenn die Betroffenen jedoch einen Arzt aufsuchen, kann ihnen nicht geholfen werden. Es findet sich keine organische Ursache und in Blut und Urin lassen sich keine Auffälligkeiten feststellen. Schulmediziner neigen daher dazu, solche unspezifischen Beschwerden als eingebildete Krankheit abzutun. Aber ganz so einfach kann man dieses Problem in der Regel nicht angehen. Oft lassen sich gerötete Augen und gereizte Schleimhäute medizinisch nachweisen, doch sobald der Betroffene das Gebäude verlassen hat, gehen die Beschwerden zurück, Wohlbefinden stellt sich wieder ein.

Syndrom oder Krankheit?
Das Sick Building Syndrom muss von der Building Related Illness deutlich abgegrenzt werden. Hierbei handelt es sich um eine anerkannte Erkrankung, die nur bei Einzelpersonen auftritt. Wenn Messungen und Analysen im betreffenden Gebäude durchgeführt werden, lassen sich immer Schadstoffe oder andere Auslöser eindeutig nachweisen. Legionellen oder Schimmelpilze zählen zu den häufigsten Ursachen der BRI. Beschwerden wie Husten, Brustenge, Fieber und Schüttelfrost gehören zu den Anzeichen einer Building related illness.

Bei Beschwerden den Umweltarzt aufsuchen
Wenn Sie Beschwerden verspüren, wenn Sie sich in einem bestimmten Gebäude aufhalten, sollten Sie sich an eine umweltmedizinische Beratungsstelle wenden. Der Fachmann wird die Situation am Arbeitsplatz und zuhause überprüfen und Messungen durchführen.