Ungewöhnliche Delikatessen: Lecker oder abstoßend?

Morcheln, Austern oder Kaviar sind Delikatessen, die auch hierzulande bekannt und sehr begehrt sind. Aber haben Sie schon mal von Balut gehört?


Essen ist Geschmackssache. Aber nicht jedes Gericht, das auf dem Tisch landet, kitzelt den Gaumen und beschert uns Hochgenuss. Besonders wenn man im Ausland bei Freunden eingeladen ist, können landestypische Delikatessen schon mal für hochgezogene Augenbrauen oder gar fluchtartiges Verlassen des Tisches sorgen.

Andere Länder, andere Sitten

  • Zu Besuch bei Freunden im Ausland kann einem schon das eine oder andere völlig neue Lebensmittel über den Weg laufen. Gemäß dem Motto "Andere Länder, andere Sitten" sollte man jedoch nicht gleich ablehnen, sondern aus Höflichkeit zumindest erstmal versuchen, ob einem das Dargebotene nicht vielleicht doch schmeckt.
  • Zu den bekanntesten Delikatessen gehört noch die Stopfleber, oder im Gourmetjargon Foie Gras, eine Gänse- oder Hühnerleber, die durch als brutal geltende Mästung gewonnen wird. Den Tieren wird hierzu mehrmals täglich ein spezieller Futterbrei über Rohre direkt in den Magen gepumpt. In Frankreich gehört die Delikatesse mittlerweile zum Kulturgut, in vielen anderen Ländern jedoch, darunter Deutschland, Schweiz oder Polen ist die Herstellung der Stopfleber durch das Tierschutzgesetz verboten.
  • Ähnlich umstritten ist Affenhirn, das in asiatischen Ländern als Delikatesse gilt. Dieses wird angeblich aus dem noch lebenden Affen gelöffelt. Weniger unmoralisch aber dafür nicht appetitlicher ist eine peruanische Spezialität: frittiertes Meerschweinchen.

Wege in die Zukunft

  • Weniger kulturell bedingt, denn aus einer Notwendigkeit heraus sind Lebensmittel der folgenden Art entstanden. So fanden Wissenschaftler etwa heraus, wie man aus Federn Quark herstellt. Auch eine Fliegenwurst aus zerriebenen Fliegen und Ei ist denkbar. In vielen asiatischen Ländern ist es heute schon gang und gäbe, Insekten zu verspeisen. Frittierte Heuschrecken oder Mehlwürmer als Suppenbeilage sind hier keine Seltenheit mehr. Und dies könnte bald auch für europäische Gaumen vorstellbar sein.
  • Angesichts begrenzter Ressourcen bieten Insekten eine interessante Alternative. Sie besitzen einen hohen Eiweißgehalt und sind sogar gesundheitsfördernd, wie eine Studie der Universität Illinois zeigte. Dieser Untersuchung zufolge leben Thais aufgrund ihres regelmäßigen Insektengenusses äußerst gesund. Verantwortlich für den extra Gesundheits-Kick ist Chitin, eine Substanz, die in den Panzern vieler Insekten vorkommt. Chitin schützt nicht nur die Tiere, sondern bewahrt auch menschliche Blutgefäße vor der Verkalkung.

Die ungewöhnlichsten Delikatessen

Stopfleber und Kaviar sind in unseren Breitengraden keine ungewöhnlichen Delikatessen. Anders sieht es mit lebendigen Tintenfischen aus, die in Korea ein begehrter Snack sind. Wir sind kulinarisch um die Welt gereist, stellen die ungewöhnlichsten Delikatessen vor und verraten, warum sie gar nicht immer so eklig sind, wie sie aussehen.