Wer sich nach reiflicher Überlegung für eine Studienfach entschieden hat, steht jetzt vor der Wahl der richtigen Uni. Wer sich nicht an der nächstgelegenen Universität einschreiben möchte, sondern an der für sein Studienfach besten Hochschule, greift gerne auf Unirankings zurück. Dies sind Ranglisten, bei denen Hochschulen aber auch bestimmte Studiengänge an den Universitäten verglichen und bewertet werden. Ursprünglich stammt die Idee des Unirankings aus Amerika, jedoch erfreut sie sich mittlerweile auch in Deutschland großer Beliebtheit. Inzwischen gibt es eine Menge solcher Ranglisten, die von Zeitungen, Zeitschriften und auch im Internet veröffentlicht werden. Besonders bekannt sind die Ranglisten der Zeitschrift „Focus“, des Magazins „Karriere“ und des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), welches in der Zeitung „Die Zeit“ veröffentlicht wird.
Die „beste“ Hochschule?
Bei jedem der besagten Unirankings gibt es andere Kriterien und Maßstäbe, wie diese gewertet werden. Dessen sollte man sich bei der Betrachtung eines Rankings bewusst sein. Diese Rangfolge bezieht sich immer auf die unterschiedlichen Kriterien. Wenn man die Hochschule als Ganzes betrachten möchte, mag ein Uniranking relativ sinnvoll sein. Jedoch hat jede Hochschule ihre Stärken und ihre Schwächen, die gesondert für jedes Studienfach betrachtet werden müssen. Wer sich aber Unirankings nach Studienfächern getrennt betrachtet, sollte trotzdem noch vorsichtig sein. Jede Hochschule hat unterschiedliche Schwerpunkte bezüglich eines Studienfachs. Man sollte also auch die untersuchten Kriterien genau betrachten und entscheiden, ob sie für einen selbst auch wichtig genug sind.
Bachelor/Master und Unirankings
Nach der Umstellung einiger Studienabschlüsse wie Magister und Diplom ist der Aussagewert der Unirankings für bestimmte Studienfächer relativ gering. Durch die kurze Laufzeit dieser Studienmodelle gibt es erst wenige Absolventen, die befragt werden können. Außerdem waren die Änderungen bei der Umstellung zum Teil eklatant, sodass einem guten Diplom-Studiengang nicht zwangsläufig ein guter Master-Studiengang entsprang oder andersherum. Ein weiteres Manko der Unirankings ist die enorme Vorlaufzeit, die diese haben. Zwischen einer Erhebung, deren Auswertung und Veröffentlichung liegt oft eine große Zeitspanne, in der viel passieren kann.
Unirankings: Ja oder nein?
Unirankings können als Anhaltspunkt für unschlüssige Abiturienten dienen. Jedoch sollte dabei immer darauf geachtet werden, welche Kriterien in die Bewertung der einzelnen Fächer und Hochschulen verwendet wurden und welche Gewichtung für einen selbst am sinnvollsten ist.
Bei den Rangfolgen sollte außerdem genauestens betrachtet werden, was sowohl Professoren und Experten als auch die dort Studierenden über die Hochschule erzählen. Beide Bewertungen sollten in etwa im gleichen Bewertungsbereich liegen, damit das gesamte Ranking auch einen guten Aussagegehalt besitzt.
Sich ausschließlich auf ein Uniranking zu verlassen, hat wenig Sinn. Es sollten neben den Informationen aus dem Ranking zusätzliche Informationen über die Universitäten eingeholt werden. Diese Informationen können von Bekannten, die an der Uni studieren kommen, oder aber aus Informationsmaterial stammen. Ein persönlicher Besuch auf dem Campus kann ebenfalls zur Entscheidungsfindung beitragen.