Unterhaltszahlung nach Scheidung berechnen

Das Recht der Unterhaltszahlung nach Scheidung ist kompliziert und ändert sich nicht nur durch das Gesetz, sondern auch durch das Richterrecht ständig.


Das Recht der Unterhaltszahlung nach Scheidung ist in den letzten Jahren mehrfach – teils durch den Gesetzgeber, teils als Richterecht – geändert worden.

Grundsätzlicher Anspruch auf Unterhaltszahlung nach Scheidung

  • Der erklärte Wille des Gesetzgebers ist, dass die bisherigen Partner nach einer Scheidung für sich selbst sorgen sollen und keinen Anspruch auf Unterhalt gegeneinander haben. Aber von diesem Grundsatz gibt es zahlreiche Ausnahmen – insbesondere dann, wenn einer der früheren Ehegatten für Kinder zu sorgen hat und deshalb kein eigenes Einkommen erzielen kann.
  • Einer der Ehepartner – meist die Frau – wird nur dann einen Anspruch auf Unterhalt haben, wenn außer der Kinderziehung ein sonstiger Tatbestand vorliegt, der ihn daran hindert, für sich selbst sorgen können: Das wird neben einer andauernden Krankheit vor allem die eigene Ausbildung sein. Darüber hinaus muss der andere bisherige Partner leistungsfähig sein, und der Unterhalt darf nicht grob unbillig sein.
  • Bei der Würdigung des Rechts auf Unterhaltszahlung nach Scheidung muss bedacht werden, dass ein Trennungs- oder Geschiedenenunterhalt überhaupt eine Spezialität des deutschen Rechts ist. Die meisten Rechtssysteme dieser Welt kennen einen solchen Anspruch nicht. Wer sich von seinem Partner trennt oder scheiden lässt, muss üblicherweise zusehen, wie er zurecht kommt.

Regelungen des Unterhaltsanspruchs nach Scheidung

  • Der Unterhaltsanspruch wird heutzutage meist im Rahmen des dem Scheidungsantrag vorausgehenden Scheidungsvergleichs geregelt. Nur wenn die Partner sich nicht einigen können, kommt es im Rahmen des Scheidungsverfahrens auch zu einem Urteil über den Unterhaltsanspruch. Dabei wird der Familienrichter alle Besonderheiten des Falles abwägen müssen und bedenken, dass der Gesetzgeber will, dass ein etwaiger Unterhaltsanspruch zeitlich begrenzt ist.
  • Nur ausnahmsweise wird einem Partner ein lebenslanger Anspruch zugesprochen werden. Das gilt auch dann, wenn für minderjährige Kinder zu sorgen ist. In einem solchen Fall wird erwartet, dass der Unterhaltsberechtigte die Kinder durch eine Kindertagesstätte oder ähnliche Angebote versorgt und zumindest eine Teilzeitarbeit aufnimmt.
  • Längst vorbei sind auch die Zeiten, da der bisherige Lebensstandard Grundlage für den Unterhaltsanspruch nach Scheidung war. Der ist heute durch die so genannte „Düsseldorfer Tabelle“ – die regelmäßig an die Einkommenswicklung angepasst wird – geregelt.