Unterschiedliche Bandwurmarten - Der Mensch als Wirt vom Bandwurm

Die Symptome, die bei einer Darminfektion durch einen Bandwurm entstehen, sind meistens eher harmlos. Bei manchen Bandwurmarten hingegen können schwere Folgen entstehen.


Der Bandwurm existiert in ca. 3.500 verschiedenen Arten. Bandwürmer benutzen Mensch und Tier als End- oder Zwischenwirte. Die Darminfektion durch einen Bandwurm löst meistens nur leichte Symptome wie Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und Durchfall aus. Doch der parasitische Plattwurm kann auch Zystizerkose (Zystenbildung) und Toxoplasmose hervorrufen. Bei der Zystenbildung kann auch das Gehirn betroffen sein und es können neurologische Probleme, wie Verwirrtheit oder Krampfanfälle auftreten. Die Toxoplasmose scheint für den erwachsenen Menschen zwar harmlos, ein ungeborenes Kind kann aber enorme Schäden davon tragen.

Fuchs- und Hundebandwurm
Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) und der Hundebandwurm, fachsprachlich Echinococcus granulosus genannt, sind für den Menschen am gefährlichsten. Die Infektion wird Echinokokkose genannt. Als Zwischenwirt fungierend, werden lebenswichtige Organe des Menschen von den Larven des Bandwurms befallen und geschädigt. Es kommt zur Zystizerkose, bei der tumorartige Wucherungen in Muskulatur, Leber und Gehirn auftreten. Oftmals können diese nur operativ entfernt werden. Obwohl die Echinokokkose in Europa die verbreitetste Parasiten-Infektion ist, geht man davon aus, dass die Fuchsbandwurmeier nicht immer schädlich für den Menschen sind und der Verzehr in einigen Fällen folgenlos bleiben kann. Durch mangelnde Hygiene wird der Fuchs- und Hundebandwurm durch den Kot der Tiere übertragen.

 

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Fischbandwurm
Auch der Fischbandwurm (Diphyllobothrium latum) kann den Menschen befallen. Zwischenwirte für den Fischbandwurm sind Wasserkrebse und Süßwasserfische. Mensch, Hund und Katze fungieren zwar als Endwirte, bleiben aber meistens ohne Beschwerden. Gelegentlich kann die Infektion mit dem Fischbandwurm eine Anämie (Blutarmut) hervorrufen. Diese Ansteckung wird medikamentös behandelt.

Schweinebandwurm
In der Regel dient der Mensch dem Schweinebandwurm (Taenia solium) als Endwirt und die Infektion ruft keine Symptome hervor. Schweine sind für diesen Bandwurm Zwischenwirte. Beim Verzehr von einem rohen oder nicht durchgebratenen Fleischstück wird der Mensch infiziert. In seltenen Fällen wird der Mensch auch zum Fehlzwischenwirt. Diese Ansteckung hat die Zystirzokose zur Folge. Leichte Krankheitszeichen wie Kopfschmerzen, aber auch schwere Symptome wie Hirnhautentzündungen und neurologischen Problemen können auftreten.

Rinderbandwurm
In der Fachsprache wird der Rinderbandwurm Taenia saginata genannt. Auch hier fungiert der Mensch als Endwirt, das Rind als Zwischenwirt. Die Infektion bleibt oft ohne Symptome. Doch wie bei jedem Bandwurmbefall kann es zur Gewichtsabnahme und zu Magenbeschwerden kommen. Die Bandwurm-Infektion wird medikamentös behandelt.

Zwergbandwurm
Beim Zwergbandwurm (Hymenolepis nana) handelt es sich um eine sehr kleine Art des Parasiten. Mäuse und Ratten bilden die Zwischenwirte, der Mensch dient als Endwirt. Vornehmlich werden Kinder infiziert. Der Krankheitsverlauf bleibt bis auf Magen-Darm-Probleme recht beschwerdelos. Eine medikamentöse Behandlung ist ausreichend.