Was nach einem raffinierten Vergiftungsversuch in einem Thriller klingt, ist in Deutschland bittere Realität: Uran im Trinkwasser. Es findet sich sowohl im Wasser aus der Leitung, als auch im Mineralwasser.
Wie kommt das Uran ins Wasser?
Uran kommt ganz natürlich in der Erde vor. Wenn also Grundwasser durch uranhaltiges Gestein fließt, nimmt es dabei Bestandteile des Metalls auf. Das Uran ist also nicht durch Umweltverschmutzung in die Erde gelangt.
Gefahr für Säuglinge und Kleinkinder
Uran ist ein giftiges Schwermetall, das das Trink- und Mineralwasser belastet, in manchen Fällen so stark, dass ein Gesundheitsrisiko für Säuglinge und Kleinkinder besteht. Leider tritt es viel häufiger auf als gedacht. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hat 435 Mineralwasser-Marken untersucht: Jedes achte Mineralwasser ist mit Uran belastet, das heißt bei 55 Marken liegt der Wert bei über zwei Mikrogramm pro Liter. So lautet der gesetzliche Höchstwert für Wässer, die weiterhin mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ werben wollen. Wer sichergehen will, sollte nur Wasser kaufen, das diesen Zusatz trägt.
Keine Höchstwerte bei normalem Wasser
Einen generellen Grenzwert für andere Wässer gibt es derzeit noch nicht, da die deutschen Behörden davon ausgehen, dass eine Belastung erst ab zehn Mikrogramm kritisch sei. Selbst sehr bekannte Marken sind jedoch so stark belastet, sodass die EU gesundheitliche Risiken für Säuglinge und Kleinkinder nicht ausschließt. Denn eine Studie der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA hat ergeben, dass Gesundheitsrisiken bereits durch weit weniger belastetes Wasser entstehen können.
Was ist so gefährlich?
Am Uran ist nicht, wie man vielleicht meinen könnte, die Radioaktivität des Stoffes gefährlich, sondern die chemische Giftigkeit. Diese kann bei kleinen Kindern zu einer Schädigung der Nieren führen. Uran ist ähnlich giftig wie Blei und kann auch die Leber und Knochen schädigen.
Belastetes Leitungswasser
Wer jetzt denkt, er könne ja immer noch bedenkenlos zum Leitungswasser greifen, irrt. Hier wurden 8200 Werte getestet, bei jedem achten lag der Wert bei über zwei Milligramm, bei etwa 150 sogar über zehn Mikrogramm. Am höchsten waren die Werte in Gunzenhausen und Kulmbach in Bayern. Generell ist eher der Süden der Republik als der Norden betroffen. Oft erfahren die Verbraucher nichts von den Belastungen des Trinkwassers, da die Wasserwerke nicht verpflichtet sind, über die Werte von sich aus zu informieren.