Urlaub im Hessischen Bergland

Das Hessische Bergland ist im Norden von Hessen gelegen. Hier hat das Märchen von Rotkäppchen seinen Ursprung und auch Frau Holle und Dornröschen sind hier beheimatet. Wer also Urlaub im Hessischen Bergland macht, ist quasi im Märchenland...


Wenn Sie sich schon immer gefragt haben, wo Rotkäppchen zu Hause ist, sollten Sie Urlaub im Hessischen Bergland, im Bundesland Hessen, machen. Das reich bewaldete Mittelgebirgsland, das sich südlich von Kassel erstreckt, könnte als Geburtsort des kleinen Mädchens beschrieben werden, das einst auszog, um seiner Großmutter Wein und frisch gebackenes Brot zu bringen. In der Region um Schwalm tragen die Mädchen – bei besonderen Anlässen – noch heute rote Kappen.
 
Erlebnis Wald
Das Hessische Bergland ist gleichbedeutend mit urtümlicher, wilder Natur, imposanten Bergrücken, sich malerisch durch die Landschaft schlängelnden Flüssen und dichten Wäldern. Vor allem die zahlreichen Wälder charakterisieren das Gebiet. Ob der Ausflug nun in den Habichtswald, Reinhardswald oder den Kellerwald führt, passionierte Wanderer oder Nordic Walker werden hier ihr persönliches Mekka vorfinden.
Leise sprudelnde Quellen, eine von ihnen – der Löwensprudel wird sogar in Flaschen abgefüllt und verkauft –, inmitten einer fast unheimlich anmutenden Waldatmosphäre – das ist das Hessische Bergland. Den besten Eindruck von der wilden Vielfalt des Gebiets erhalten Urlauber im Nationalpark Kellerwald-Edersee, dem ersten Nationalpark Hessens und einem der letzten Urwälder Mitteleuropas. Soll es zur Abwechslung doch einmal höher hinausgehen, bietet sich ein Stopp auf dem Knüllköpfchen an, dem höchsten Berg der Region.

 

Stadtrundgang für Nostalgiker
Den wohl romantischsten Flecken Deutschlands wird der Urlauber im kleinen Städtchen Melsungen vorfinden: stille Gassen, plätschernde Brunnen und zahlreiche – von Blicken – versteckte Winkel und Ecken. Gekrönt wird das Stadtbild durch das alte Melsunger Rathaus, ein imposantes Fachwerkhaus, das zu den berühmtesten seiner Art gehört. Auf dem Mittelturm des Rathauses zeigt sich täglich zwischen 12 und 18 Uhr das Wahrzeichen Melsungs – der Bartenwetzer. Getreu dem Motto: „Melsungen lohnt sich“, wird man immer wieder in das beschauliche Städtchen zurückkehren wollen. Auch die „weiße Barockstadt im Grünen“ Bad Karlshafen ist ein Paradies für alle Romantiker. Die barocke Stadtanlage mit seinen symmetrisch angelegten Straßenzügen beeindruckt mit seiner opulenten Schönheit. Die um das Hafenbecken angeordneten historischen Gebäude sind ein ebenso hervorragendes Ausflugsziel wie die alte Zigarrenfabrik – heute Herberge für das Deutsche Hugenottenmuseum.
Im südlichen Teil der Region – Waldhessen – gibt es ebenfalls Einiges zu sehen und bestaunen. Mittelalterliche Örtchen, zu empfehlen sind hier unter anderem Rotenburg an der Fulda, Eschwege, Fritzlar und Homberg, locken mit historischem Stadtkern und pittoresken Fachwerkbauten.
 
Brauchtum und Weltkulturerbe
Das Hessische Bergland steht internationalen Metropolen kulturell in nichts nach. So ist beispielsweise Kassel, das bequem mit dem Auto erreicht werden kann, alle fünf Jahre Schauplatz der weltweit größten Ausstellung zeitgenössischer Kunst – der documenta. Doch was bei einem New York Besuch – angesichts der doch recht kurzen Historie der Stadt, wahrscheinlich nicht möglich ist, ist bei einem Urlaub im Hessischen Bergland ohne Weiteres erlebbar. Wer hessisches Brauchtum in seiner Reinform erleben möchte, sollte in das Schwalm-Knüll-Gebiet reisen. In der Gegend von Schwalmstadt oder Schreckensbach erblickt man – mit ein wenig Glück – die farbenprächtigen Schwalmer Trachten. 
 

Frau Holles Zuhause
Die beliebten Geschichten aus Kindertagen erleben hier ihr überaus lebendiges Revival. In kaum einer anderen Region Deutschlands sind die Märchen der Gebrüder Grimm so lebendig wie hier. Da die Dichter einen Großteil ihrer Jugend hier verbracht haben, fanden sie im Hessischen Bergland auch den Stoff für unzählige ihrer Märchen. Und so begegnet man hier den beliebten Figuren aus dem Märchen. Frau Holle beispielsweise schüttelte ihre Betten am Hohen Meißner aus und brachte so den Nordhessen weiße Winterlandschaften. In der Sababurg können Besucher Dornröschen begegnen, denn die Märchenprinzessin soll hier ihren 100-jährigen Schlaf erlebt haben. Im angegliederten Tierpark, wahrscheinlich die älteste und größte zoologische Anlage Europas, können nicht nur Kinder Kontakt zu Rentieren oder Elchen aufnehmen. Aus einer völlig anderen Perspektive nähert man sich den fiktiven Geschichten im Gebrüder Grimm Museum in Kassel. In Lesungen, wechselnden Ausstellungen und Theatervorführungen bleibt garantiert keine Frage offen.