Urlaubsgesetz: Anspruch und Dauer

Beschäftigte haben gegenüber ihrem Arbeitgeber nach dem Urlaubsgesetz Anspruch auf Erholungsurlaub von mindestens 24 Werktagen im Jahr.


Das Urlaubsgesetz, eigentlich „Mindesturlaubsgesetz für Arbeitnehmer“, Kurztitel: „Bundesurlaubsgesetz“, „BUrlG“ abgekürzt, trat zum 1. Januar 1963 in Kraft und regelt den Anspruch, den Beschäftigte gegenüber ihrem Arbeitgeber auf Gewährung von Erholungsurlaub haben.

Der Erholungsurlaub

„Erholungsurlaub“ wird derjenige Urlaub bezeichnet, der dazu dient, dass die Arbeitskraft des Beschäftigten erhalten und wieder hergestellt wird. Der Arbeitgeber hat seinen Angestellten oder Arbeitern die Urlaubstage unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts freizugeben. Art und Umfang des Urlaubsanspruches, den Angestellte und Arbeiter gegenüber ihrem Arbeitgeber geltend machen können, wird durch den Arbeitsvertrag oder Tarifverträge geregelt. Allerdings besteht ein Mindestmaß an zu gewährenden Urlaubstagen, das durch das Bundesurlaubsgesetz garantiert wird.

Anspruch auf Erholungsurlaub

Wer einen Anspruch auf Gewährung von Erholungsurlaub nach dem Urlaubsgesetz hat, wird in § 2 BUrlG geregelt. Hiernach gilt das Gesetz für Arbeiter und Angestellte sowie Auszubildende. Des Weiteren zählen zu den Berechtigten auch diejenigen Personen, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Unselbständigkeit als „arbeitnehmerähnliche Personen“ gelten. Die abweichende Geltung für den Bereich der Heimarbeit ergänzt § 12 BUrlG. Menschen mit Behinderung oder Jugendliche haben hingegen einen erweiterten Urlaubsanspruch, welcher sich aber nicht aus dem Urlaubsgesetz, sondern aus dem Sozialgesetzbuch beziehungsweise dem Jugendarbeitsschutzgesetz ergibt. Der Arbeitnehmer muss gegenüber seinem Arbeitgeber den Urlaubsanspruch geltend machen. Unterlässt er dies, kann der Urlaubsanspruch verfallen. Der Arbeitnehmer muss die Wünsche, wann dieser den Urlaub zu nehmen wünscht, möglichst berücksichtigen und die Urlaubszeit soll möglichst zusammenhängend gewährt werden. Grundsätzlich muss der Urlaub im laufenden Kalenderjahr genommen werden. Ist es jedoch aus betrieblichen Gründen oder aus persönlichen Gründen des Beschäftigten notwendig, kann der Urlaub auch in das nächste Jahr übertragen werden.

Dauer des Erholungsurlaubs
Grundsätzlich besteht ein Anspruch auf Gewährung von Erholungsurlaub nach dem Urlaubsgesetz von 24 Werktagen pro Jahr, wie in § 3 BUrlG zu lesen ist. Hierbei ist insbesondere zu beachten, dass zu diesen Werktagen alle Kalendertage zählen, die weder Sonn- noch gesetzlicher Feiertag sind, also auch Samstage. Diese Einschränkung führt dazu, dass sich bei einer Fünftagewoche, wie sie in den meisten Branchen üblich ist, der Anspruch von Urlaub faktisch auf lediglich 20 Werktage errechnet. Da aber, abweichend vom Urlaubsgesetz, zumeist durch Tarif- oder Arbeitsverträge ein längerer Erholungsurlaub eingeräumt wird, beträgt der durchschnittliche Urlaubsanspruch für Beschäftigte in Deutschland zurzeit zirka 30 Arbeitstage.