Hämorrhoiden sind eine Zivilisationskrankheit, mit der viele Menschen im Laufe ihres Lebens einmal oder mehrmals konfrontiert werden. Die Ursachen der Hämorrhoiden liegen vor allem in der oftmals ungesunden Lebensweise des modernen Menschen. Mangelnde Bewegung, Übergewicht und eine ballaststoffarme, fleischlastige Ernährung zählen zu den Hauptrisikofaktoren für die Entstehung der schmerzenden Analknötchen.
Zu starkes Pressen verursacht Aussackungen im Enddarm
Doch auch eine genetische Disposition, Schwangerschaften und die Erschlaffung des Analgewebes im Alter kann die Entwicklung von Hämorrhoiden fördern. Zudem belastet schweres Heben, etwa bei körperlich anstrengenden Berufen oder im aktiven Kraftsport, den Enddarm erheblich und kann dadurch Hämorrhoiden begünstigen.
Wenn der Darm aufgrund mangelnder Bewegung und schwer verdaulicher Nahrung träge und dem Körper zu wenig Flüssigkeit zugeführt wird, kommt es zu hartem, zähen Stuhl. Die natürliche Folge: Beim Stuhlgang muss stark gepresst werden, die Blutgefäße werden permanent überdehnt und es bilden sich mit der Zeit Aussackungen im Afterkanal und am After.
Blut und brennende Schmerzen sind erste Anzeichen
Hämorrhoiden machen sich schnell bemerkbar: Beim oder nach dem Stuhlgang tritt ein unangenehmes Brennen am und im After auf; auch mischt sich meistens helles Blut ins Toilettenwasser oder bleibt beim Reinigen des Afters am Toilettenpapier haften. Typisch für Hämorrhoiden ersten Grades ist außerdem ein störendes Fremdkörpergefühl im Enddarm. Damit eine organische Ursache für das Blut im Stuhl ausgeschlossen werden kann, sollte zur Abklärung des Krankheitsbildes und eine wirksame Behandlung in jedem Falle ein Arzt aufgesucht werden.
Von leichten Schmerzen bis zu ständigen Beschwerden
Es wird bei der Klassifizierung der Hämorrhoiden zwischen vier Graden unterschieden. Hämorrhoiden ersten Grades bilden keine sichtbaren, äußeren Knötchen und lassen sich gut ambulant behandeln.
Hämorrhoiden zweiten Grades ziehen Ekzeme rund um den After nach sich, bereiten dem Patienten häufig Schmerzen und lassen sich beim Pressen deutlich ertasten. Blutungen treten eher selten auf.
Im Stadium III leiden die Betroffenen oft unter Schmerzen; die Knoten fallen beim Stuhlgang vor den After, können aber noch zurückgedrückt werden. Juckreiz und schleimige Absonderungen begleiten die Hämorrhoiden dritten Grades. Hinzu kommt die Gefahr von Analthrombosen.
Hämorrhoiden vierten Grades verlangen nach einer stationären Operation, da sie sich nicht mehr zurückdrücken lassen und starke Beschwerden in Form von ständigen Schmerzen, Juckreiz und schleimigen Sekreten auslösen.
Behandlung richtet sich nach Schweregrad der Krankheit
Hämorrhoiden ersten und zweiten Grades können gut ambulant therapiert werden – zum Beispiel mittels Salben zur Linderung, einer Ernährungsumstellung, Veröden oder Abschnüren. Bei Hämorrhoiden dritten Grades obliegt es der Entscheidung des Arztes, ob eine Operation bereits sinnvoll ist. Hämorrhoiden vierten Grades sollten – sofern keine anderen Beschwerden oder Dispositionen dagegen sprechen – im Krankenhaus von einem Chirurgen entfernt werden.