Eine Sterilisation ist ein operativer Eingriff und meist irreversibel – weshalb die Entscheidung dafür gut überlegt werden sollte. In Deutschland sind zwei Prozent der Männer im fortpflanzungsfähigen Alter sterilisiert. Obwohl diese effektive und dauerhafte Verhütungsmethode keinen Einfluss auf Gesundheit, Potenz und Libido haben soll, können nach einer Vasektomie erhebliche, psychische Problemen auftreten.
In einigen Fällen fühlt sich das starke Geschlecht durch die gewollte Unfruchtbarkeit nicht mehr als „ganzer Mann“.
Der Eingriff
Unter lokaler Betäubung - in Krankenhäusern manchmal auch unter Vollnarkose – werden die Samenleiter durchtrennt und deren Enden verschlossen. Diese Endstücke werden im Gewebe vertieft, um einem erneuten Zusammenwachsen vorzubeugen. Der Eingriff nimmt nur einen kurzen Zeitaufwand in Anspruch und führt selten zu Komplikationen. Diese treten in den meisten Fällen durch mangelnde Hygiene auf. Nach einer Vasektomie enthält das Ejakulat noch einige Wochen zeugungsfähige Spermien, die zum Beispiel in der Samenblase überlebt haben. Deshalb werden nach der Sterilisation mehrere zeitversetzte Samenproben entnommen, bis man sicher sein kann, dass das Ejakulat keine Spermien mehr enthält und die Sterilisation erfolgreich war. Menge und Aussehen der Samenflüssigkeit verändern sich durch diesen Eingriff nicht.
Vasektomie – keine endgültige Entscheidung?
Theoretisch kann die Vasektomie rückgängig gemacht werden und immerhin ein Prozent der sterilisierten Männer entscheiden sich dafür. Für diese Rückoperation gibt es zwei mögliche Verfahren. Bei der Vasovasostomie werden die getrennten Samenleiter wieder zusammengenäht und die inneren sowie äußeren Schichten verbunden. Falls dies nicht die gewünschte Durchlässigkeit ergibt, kann ein Ende des durchtrennten Samenleiters auch mit dem Nebenhoden verbunden werden. Dieses Verfahren nennt sich Vasoepididymostomie. Nach beiden Eingriffen sind mehrere Untersuchungen der Samenflüssigkeit notwendig. Auch kann gebildetes Narbengewebe den Samenleiter oder Nebenhoden verschließen. Die Erfolgschancen der Rückoperationen sind nur bis zu vier Jahre nach der eigentlichen Vasektomie gegeben. Dennoch liegt die Schwangerschaftsrate nach einer erfolgreichen Rückoperation nur bei 20 bis 25 Prozent.
Kosten
Die Kosten einer Sterilisation beim Mann werden seit dem 1. Januar 2004 nicht mehr von den Krankenkassen übernommen. Eine Ausnahme bildet die medizinisch notwendige Sterilisation. Während die Kosten einer Vasektomie bei 400 – 600 Euro liegen, fällt der Betrag für eine Rückoperation erheblich höher aus. Hier kann man mit bis zu 3.000 Euro rechnen.